
Einen Aufschrei bei der Opposition hat die Nachricht ausgelöst, dass ein Teil der Konjunkturpaket-Milliarden für Rüstungsausgaben verwendet werden sollen.
Rund 500 Millionen sollen es laut einem Bericht der „Financial Times“ insgesamt sein. Laut Verteidigungsminister Jung ist davon allein für die Liegenschaften der Bundeswehr ein Betrag von rund 250 Millionen Euro vorgesehen. Die Hälfte der gerüffelten Ausgaben dient demnach jedenfalls nicht als „klammheimliches Rüstungsindustrie-Sponsoring“, denn das Geld geht in die Grund- und energetische Modernisierung von Gebäuden sowie in die Attraktivitätssteigerung von Bundeswehr-Standorten. Damit will der Minister ausdrücklich „kleine und mittelständische Unternehmen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten unterstützen“. Außerdem sollen die energetischen Maßnahmen Vater Staat auf Jahrzehnte hinaus Energiekosten einsparen. Da kann man Handwerksbetrieben nur empfehlen: Auf in den Kampf, ein großer Teil der Bundeswehr-Liegenschaften ist zumindest bauphysikalisch betrachtet „leichte Beute“.
Vor allem die Nachkriegsbauten sind überwiegend als Geschossbauten in einem Lochfassaden-Einheitsstil errichtet, der Dämmmaßnahmen an Fassade und Dach keine bautechnischen Schwierigkeiten entgegensetzt. Es dürfte hier eher darum gehen, durch entsprechende Produkt- und Systemauswahl sowie hochwertige Ausführungsqualität stress- und frustbegründeten Sprayerattacken und Vandalismus vorzubeugen. Für deren Abwehr kann man den potentiellen Auftraggebern in den Standortverwaltungen getrost eigene Kompetenz und Berufserfahrung empfehlen. Eine Stellungnahme zur Verwendung der zweiten „Pakethälfte“ erübrigt sich an dieser Stelle, diese Art von Wortgefechten beherrscht die wortgewandte Politikerriege besser. Weil aber Gründe sowohl für als auch gegen die – nebenbei nur zeitlich vorgezogene! – Beschaffung des avisierten Kriegsgeräts sprechen, sei aber zumindest angemerkt: Wirtschaftskrise und Konjunkturpaket hin oder her. Wer die Söhne unseres Landes auf gefährliche Auslandseinsätze schickt, hat gefälligst auch für deren maximalen Schutz zu sorgen. Politische Spiegelfechterei ist dafür absolut nicht hilfreich!