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Die neue, bundesweite Handwerker-Imagekampagne des ZDH
BAUHANDWERK Kommentar zu den Artikeln

Die neue, bundesweite Handwerker-Imagekampagne des ZDH

Bindeglied der Gesellschaft und der Wirtschaft

Knapp 970.000 Betriebe mit etwa 4,8 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland im Handwerk. Volkswirtschaftlich betrachtet umfasst das deutsche Handwerk ca. 11,9 % der Beschäftigten und 29,3 % der Auszubildenden mit einem Gesamtumsatz von rund 511 Milliarden Euro*.

Der Anteil des Bauhandwerks als Bauhaupt- und Ausbaugewerbe an dieser Wirtschaftsleistung beträgt etwa 115 Milliarden Euro. Was zu diesen Zahlen als Ganzes aber nicht passt, ist das öffentliche Bild zu der Berufs- und Arbeitswirklichkeit des Handwerks. Eine Tatsache, die dem Handwerk bei Schulabgängern aller Art erhebliche Nachwuchsprobleme schafft.

Eine 2008 vom Sozialforschungsinstitut „Forsa“ durchgeführte Befragung zum Ansehen des Handwerks in der Öffentlichkeit hat zwar einerseits hohe Sympathie-Werte festgestellt – mit 80 % bei den über 60-Jährigen und immer noch 56 % bei den 14- bis 18-Jährigen.

Aber nur ein Drittel der befragten Jugendlichen verbindet Handwerk mit Werten wie modern, innovativ oder facettenreich. Einschätzungen, die für das Handwerk als Arbeitgeber bedenkliche Konsequenzen haben; nur jeder Fünfte der 14- bis 18-Jährigen kann sich eine Lehre im Handwerk vorstellen.

Das Handwerk als Innovationsmotor

Dieses öffentliche „Vorurteil“ über die Arbeitsrealität des Handwerks ist in vielerlei Hinsicht das tatsächliche Problem in der Außenwirkung des Berufsstandes. Dabei hat eine im Jahr 2006 groß angelegte Studie der „Prognos AG“ etwas Bemerkenswertes ergeben. Das Handwerk hat tatsächlich eine führende Innovationsrolle. Entweder, indem Handwerksbetriebe selbst neue Produkte, Verfahren und Dienstleistungen entwickeln und diese vermarkten. Oder in der Rolle des Technologiemittlers für die Industrie, in der das Handwerk diese Neuentwicklungen auf den realen Bedarf der gewerblichen wie privaten Endkunden anpasst.

Aber auch gesamtgesellschaftlich ist das Handwerk eine treibende Kraft mit seiner typischen Kultur der Selbstständigkeit und der hohen Ausbildungs- wie Weiterbildungsstärke bei den Mitarbeitern. Nur muss das, was überaus positive Tatsache ist, sich auch in den Köpfen der Öffentlichkeit wiederfinden. Und auf diesen offensichtlichen Mangel hat nun der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) reagiert, und dies wahrlich nicht zu knapp.

Der Kampagnen-Leitfaden

Mit dem 16. Januar 2010 startet eine bundesweite Imagekampagne mit TV-, Kino- und Radio-Spots, Internet, Plakaten und Anzeigen. Flankiert werden diese Maßnahmen durch kostenlose Werbemittel, die von den jeweiligen Handwerkskammern 10 Tage nach Kampagnenstart an die Mitglieder verteilt werden. Die Laufzeit der Kampagne ist für 5 Jahre geplant; der Mitteleinsatz pro Jahr beträgt rund 10 Millionen Euro. Man will also wirklich etwas an der öffentlichen Meinung verändern. Der Erfolg der Kampagne ist jedoch vom Handwerk selber abhängig – inwiefern es sich mit diesem modernen Image tatsächlich identifiziert und es dann auch lebt.

Einer muss es können. Das Bauhandwerk

Für den Baustoff-Hersteller SAKRET kommt diese Initiative nicht wirklich überraschend, aber höchst willkommen. Hier wurden bereits Ende 2006 die Zusammenhänge der Wertschöpfungskette am Bau genauer untersucht. Bei der Rolle des Handwerks ist man zu ähnlichen Einschätzungen gekommen wie der ZDH mit seiner jetzigen Image-Kampagne. Auch in der Bauwirtschaft mit seinen unterschiedlichen Akteuren aus Industrie, Handel und Architektenschaft wird die Rolle des Bauhandwerks oft als „Nur-Ausführer“ unterbewertet. Für SAKRET der falsche Weg. Denn erst der verarbeitete Quadratmeter bzw. Menge eines Produktes oder Systems sagen etwas aus über die tatsächliche Wertschöpfung und Qualität einer Baumaßnahme.

So hat SAKRET bereits 2007 das Bauhandwerk zum Mittelpunkt einer Imagekampagne gemacht. Und diese zentrale Rolle des Bauhandwerks wird sich in Zeiten eines dominierenden Sanierungs- und Modernisierungsmarktes eher noch verstärken.

*Summe inklusive Mehrwertsteuer


Weiterführende Links:

www.handwerk.de

www.zdh.de

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