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Wirtschaftskrise am Bau – Umsatzeinbruch oder Chance zum Durchstarten?
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Wirtschaftskrise am Bau – Umsatzeinbruch oder Chance zum Durchstarten?

Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Baubranche

Was zu Beginn der Krise im letzten Jahr noch von vielen Politikern und Ökonomen bestritten wurde, ist inzwischen Realität: Die internationale Finanzkrise belastet durch ihre negativen Einflüsse auf die Realwirtschaft längst auch die Baubranche – das gilt gleichermaßen für Planer und Ausführende.

In einer aktuellen Untersuchung von Bauinfo-Consult hat die Mehrheit der Branchenakteure angegeben, dass sie mit Auswirkungen der Krise auf die eigenen Geschäfte im Jahr 2009 rechnet. Allerdings sind die Meinungen über die zu erwartenden Tendenzen höchst unterschiedlich. Die Mehrheit der Befragten glaubt nicht, dass sich die Krise übermäßig negativ auf das eigene Geschäftsfeld auswirken wird. Immerhin mehr als 40 Prozent der befragten Unternehmer befürchten aber durchaus drastische Einbußen bei Umsatz und Erlös.

Verzögerung der Bauprojekte ist wahrscheinlich

Wegen der Lage an den Finanzmärkten haben inzwischen viele Auftraggeber bereits genehmigte Bauprojekte gestoppt oder zumindest die Ausführung verzögert. Gründe sind einerseits die Unsicherheit über die Entwicklung des eigenen Einkommens oder der Unternehmensentwicklung. Andererseits bremsen die Banken durch erschwerte Kreditvergabe teilweise auch startbereite und bauwillige Investoren aus, nicht zuletzt auch indem sie das Zinsniveau für Bau- und Immobilienkredite höher halten, als es die Modalitäten der europäischen Zentralbank eigentlich erwarten ließen.

Die alltäglichen dramatischen Wirtschaftsnachrichten über drohende oder aktuelle Insolvenzen und beabsichtigte sowie gescheiterte Firmenfusionen in bislang als unverwundbar geltenden Schlüsselindustrien verstärken die Unsicherheit über Bau-Investments. Das darf nicht verwundern, denn deren Höhe bewegt sich in der Regel weit oberhalb jener Größenordnungen, in denen eine fragwürdige Abwrackprämie der „betroffenen“ Autobranche vorübergehend eine Umsatzblase beschert.

Dass diese Maßnahme zulasten des eigenen zukünftigen Marktes gehen wird, ist bereits jetzt absehbar. Allein solcher unkalkulierbaren Effekte wegen sind Forderungen nach analogen Abwrackprämien für Altheizungen oder gar für den Abbruch alter Gebäude eher als unvernünftig einzustufen, als einer ernsthaften Überlegung wert.

Krise als strategische Chance begreifen

In den Zeiten allgemeiner Verunsicherung bewegt viele Unternehmer am Bau neben der Sorge um die allgemeine Zukunftsentwicklung vor allem die die Überlegung um eigene nachhaltig richtige Strategien. Wann vorsichtig zurückhalten und wann mutig durchstarten – die letzte Frage stellt sich spätestens dann, wenn drohende oder definitive Insolvenzen im unmittelbaren Wettbewerbskreis die Chance auf Expansion und Kundenübernahme bieten.

Bei diesem Thema gehen die Einschätzungen und Zukunftsszenarien der befragten Unternehmer weit auseinander, was gewiss nicht verwundert. Allen Unwägbarkeiten zum Trotz sehen viele in der Wirtschaftskrise die grundsätzliche Möglichkeit, überfällige Veränderungen in Angriff zu nehmen. Das betrifft – der ökonomischen Effizienz wegen – sowohl betriebliche Strukturen, als auch die Argumentationsbasis bei der Akquisition.

Verlautbarungen von Politik, Verbänden der Bau- und Immobilienbranche überschlagen sich im Herausstellen der Dauerhaftigkeit von „realen Werten“. Wann, wenn nicht jetzt, fallen diese Argumente bei investitionsbereiten Kauf-, Bau- und Modernisierungsaspiranten wohl auf offenere Ohren?! Es kann deshalb nur von Vorteil sein, das allseits spürbare gesellschaftliche Umdenken sensibel auszuloten und den Wandlungsprozess in eine zukunftsgerechte Firmenstrategie mit einzubeziehen.

Wer Auftraggebern aus dem Immobilienbereich nicht nur die selbstverständliche handwerkliche Kompetenz versichern kann, sondern dazu auch noch energetisch und ökologisch verantwortungsbewusstes Handeln beim Bauen und Sanieren in Aussicht stellt, kann heute mehr Vertrauen erwarten, als smarte Finanzberater. Und bei alledem nicht vergessen: Wer beim Abwarten seine Hände in den Taschen vergräbt, kann schlecht hineinspucken“.

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