Mauerwerk Putz Beton Wärmedämm-Verbundsysteme, WDVS Stuck Fachwerk Ohne Schäden Mit untergrundbedingten Rissen Mit Abplatzungen Mit Algen- und Pilzbefall Mit Feuchte- und/oder Salzbelastung System zur anstrichtechnischen Risssanierung System zur putztechnischen Risssanierung

Mit putzbedingten Rissen

Putzbedingte Risse haben ihre Ursachen ausschließlich im Putz selbst oder in dessen Verarbeitung. Sie treten an der Oberfläche auf oder durchziehen die Putzschicht bis zum Untergrund. Unterschieden werden Sack-, Schrumpf-, Schwind- und Fettrisse.

Sackrisse sind horizontal durchhängend verlaufene Risse mit einer Länge von 10 bis 20 cm. Die Rissbreiten sind unterschiedlich und können bis 3mm betragen. Hohlstellen sind im Bereich der unteren Rissflanke möglich. Sackrisse entstehen im noch plastischen Mörtel, wenn der frisch verputzte Mörtel nicht schnell genug seine Haftung zum Untergrund findet und durch sein Eigengewicht absackt. Dem entsprechend treten Sackrisse kurz nach dem frischen Putzauftrag auf. Mögliche Ursachen hierfür sind ein zu dicker Putzauftrag in einer Lage, eine zu weiche Konsistenz des Putzmörtels, ein zu langes oder starkes Verreiben der Putzoberfläche ("Totreiben") bzw. an einer Stelle sowie schlechte Haftung auf dem Untergrund.

Bei Schrumpfrissen handelt es sich um netzförmige Risse mit einem so genannten Knotenabstand von ca. 20cm und Rissbreiten bis ca. 0,5mm. Die Risse reichen nur in den seltensten Fällen bis zum Putzgrund. Sie entstehen relativ kurz, in der Regel 1 bis 2 Stunden, nach dem Aufbringen des Putzmörtels durch das Verdunsten des Anmachwassers, da sich hierbei das Volumen des Mörtels verkleinert. Dabei ist ein Ablösen der Rissflanken vom Putzgrund möglich. Ursachen sind ein zu feinkörniger Sand in der letzten Putzlage, ein zu schneller Entzug des Anmachwassers, ein zu langes oder starkes Verreiben der Putzoberfläche sowie ein zu hoher Bindemittelanteil im Oberputz sein.

Schwindrisse treten ebenfalls netzförmig oder einfach verzweigt auf und werden deshalb auch als Y- oder Krakelee-Risse bezeichnet. Die Rissform resultiert daraus, dass sich unter Spannung stehende Flächen durch einen 6-eckigen Bruchverlauf entspannen können. Im Allgemeinen kommt es aber nicht zu einer geschlossenen sechseckigen Netzrissbildung, da bereits der Y-förmige Riss soweit Entspannung bringt, dass sich der Riss nicht weiter fortsetzt. Schwindrisse können bis zum Putzgrund reichen und entstehen in der Regel 1 bis 2 Monate nach Abschluss der Putzarbeiten. Im Bereich der Rissflanken kann ein Ablösen des Putzes vom Putzgrund auftreten. Schwindrisse treten fast immer dann auf, wenn die Komponenten eines Putzsystems nicht aufeinander abgestimmt oder wenn Standzeiten nicht eingehalten werden.

Als Fettrisse werden kurze, nur an der Putzoberfläche vorhandene, Haarrisse bezeichnet. Sie können bei besonders feiner oder an geglätteten Oberflächen auftreten. Durch das Strukturieren bzw. Glätten der oberen Putzschicht mit einem Holzbrett bzw. einer Stahltraufel werden die Feinanteile des Putzgefüges an der Oberfläche angereichert und der Porenraum verkleinert. Diese ”Überfettung” der Putzoberfläche führt zu Oberflächenspannungen und dann zum Riss.

Zur Überarbeitung gerissener Putze werden putz- oder anstrichtechnische Lösungen mit (siehe Putze mit untergrundbedingten Rissen) oder ohne Gewebe angeboten.

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