Ausgewählte Referenzen der SAKRET Gruppe Deutschland.
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Erstmal warm anziehen

Energetische Sanierung einer Häuserzeile

Nach ihrer energetischen Fassadensanierung werten zwei typische Mehrfamilien-Wohngebäude aus den 50er Jahren einen ganzen Straßenzug auf. Zugleich hat sich die Erwartung des Eigentümers erfüllt, dank zufriedener Bewohner eine nachhaltig wirtschaftliche Vermietung der Immobilien sicherzustellen.

Rechtes Gebäude vorher

Zuerst einmal waren sie doch noch skeptisch, die Mieter aus der Bochumer Mühlenstraße, als der Eigentümer seine Idee präsentierte, die Gebäude energetisch aufzurüsten. Na klar, mögen einige gedacht haben, der hat die Häuser vor grade mal einem Jahr erworben, um nun aus der Sanierung Kapital in Form höherer Mieten zu schlagen. Über diese Vermutung kann besagter Hausbesitzer heute sogar schmunzeln, denn die Bedenken von einst sind inzwischen nur noch Geschichte in alten Gesprächsprotokollen. Vom Prinzip her lagen die Zweifler mit ihrer Vermutung nämlich zumindest "auf Linie" mit der beabsichtigten Sanierungsstrategie. Ein Gebäude energetisch aufrüsten bedeutet zunächst einmal Investition, die es hernach wieder zu amortisieren gilt - und das geht nur über eine Umlage der Investitionskosten auf die Mieten, soweit gesetzlich möglich. Was die Skeptiker im Augenblick allerdings nicht bedachten war die Energiekostenfalle, in der die Mieter allesamt steckten: Seit Jahren schon stiegen in den bejahrten Wohnungen spürbar die Kosten für Wärme und Warmwasser, was jeder am eigenen Geldbeutel spürte. Spätestens der Vergleich - hier moderate Mieterhöhung auf Jahre fest - dort unkalkulierbare Energiekostensteigerung für die weitere Zukunft "garantiert" - brachte Sachlichkeit in die Mietergespräche. Zumal ein Profi ausführlich informierte und die Diskussionen moderierte: Der Bochumer Energieberater Christian Makowka (www.eb111.de) hatte die Bausubstanz analysiert und ein optimiertes Sanierungskonzept erstellt - er konnte deshalb auf jede Frage bis ins Detail hinein Auskunft geben.

Bestimmte Gebäudeparameter sind "epochentypisch"

Die "Zwillingsbauten" von 1955 zeigen die charakteristische Bauweise und Materialsubstanz ihrer Zeit: Zweigeschossiger Massivbau, 45-Grad-Satteldach, auskragende Stahlbeton-Balkonplatten. Jedes Haus beherbergt acht Wohneinheiten, die durch zwei straßenseitige Treppenhäuser erschlossen sind. Vor der Sanierung zeigten die Fassaden ein "wildes" Lochmuster mit weißen Fenstergewänden vor dunkelbraun grobem Putzhintergrund. Die Schleppgauben in den roten Ziegeldächern erweitern die Nutzung in das Dachgeschoss. Für die 30 Zentimeter dicken Außenwände war nach Gebäude-Typologie der Stadt Bochum ein U-Wert von 1,35 W/m2K anzusetzen.

Linkes Gebäude in der Bauphase

Wie bei vielen dieser Mietshäuser wurden in den 1970er Jahren auch in diese Wohnungen Thermen eingebaut, die den Vermietern eine Entlastung vom Energieversorger brachten. Jeder Mieter ist als "Selbstversorger" zu hundert Prozent in die Energiekostensituation eingebunden. Damit kommen ihm auch sämtliche Einsparungen voll zugute. Daraus ergibt sich für die "Überzeugungsarbeit" beim Vorbereiten von baulichen Sanierungen zweifelsohne ein Vorteil. Auf die gebäudetechnischen Einsparpotenziale wirkt sich diese Wärmeversorgungstechnik indes negativ aus, weil mit einer energieeffizienten zentralen Wärmeversorgung zum Beispiel mittels Kraft-Wärme-Kopplung (Mini-BHKW) oder über geothermisch versorgte Wärmepumpentechnologien weitere hohe Energieeinsparpotenziale erschließbar wären.

Bei einer solchen Technologie-Umstellung müssen aber alle Mieter auf ihre energetische Eigenständigkeit verzichten, ein schwieriges Unterfangen. So war es auch hier einfacher, den 16 Parteien die spürbaren Einsparpotenziale von Fassaden-Wärmedämm-Maßnahmen zu vermitteln, zumal dadurch die Wohnräume und das Wohnen während der Ausführung nur minimal beeinträchtigen würden. Für einen reibungslosen Arbeitsverlauf wollte das Bochumer Stuckateurunternehmen Jungkunst (www.stukkateur-jungkunst.de) schon im eigenen Interesse sorgen. Denn als Eigentümer der Gebäude war ihm an der Zufriedenheit der meist alteingesessenen Mieter ebenso viel gelegen, wie an dem in mehrfacher Richtung nutzbringenden Eigenauftrag.

Optimierte Detailarbeit am eigenen Objekt

Spätestens auf den zweiten Blick erschließen sich Details der baukonstruktiven Ausführung, die ein sehr intensives Zusammenwirken von Energieberater und Handwerk zeigen: Um die Erdgeschoss-Deckenebene rundum vollständig in die Dämmung einzubinden, wurde zum Beispiel die Sockellinie bis auf Oberkante Kellerfenster heruntergeführt - auch im Bereich der bereits gedämmten und verschieferten Giebel. Eine tiefrote neue Ziegelreihe macht jeweils deutlich, dass für das Unterbringen des 14 Zentimeter dicken WDVS alle Ortgänge verbreitert wurden - im Bereich der Traufen reichte der vorhandene Dachüberstand aus. Ganz besonders fällt aber auf, dass im Einbindebereich der Balkonplatten das Wärmedämmverbundsystem unterhalb der Betonplatten 50 Zentimeter (Dämmplattenformat) herausgezogen wurde. Was optisch staffelartig aussieht, wirkt bauphysikalisch der Wärmebrückenwirkung entgegen. Eine Thermographie verdeutlicht die "bauphysikalische Entschärfung", die vor allem dazu dient, die extrem gefährdete Decken- und Wandzone unterhalb der einbindenden Stahlbetonplatten oberflächenwarm und damit schimmelfrei zu halten.

Rechtes Gebäude nachher

Mit dem SAKRET Wärmedämmverbundsystem (EPS 035) erreichen die Außenwände einen U-Wert von 0,22 W/m2K - die Maßnahme wurde noch nach den KfW-Vorgaben von 2007 gerechnet. Dazu wurden dreifach verglaste Fenster mit exzellenten Dämmqualitäten (Uw = 0,9 W/m2K) eingebaut. Die Dämmung der Leibungen samt dem normengerecht ausgeführten Verputz sollte sich als Herausforderung für das Handwerk - mit realisierter Spitzenleistung - erweisen: Zunächst wurde umlaufend der Altputz abgeschlagen, dann die Leibung mit 30 mm PS-Platten gedämmt - unterhalb der Fensterbank in wasserfester Ausführung, um Schäden durch eindringendes Wasser vorzubeugen. Die Schallentkoppelung der Fensterbank und der dauerplastische Fugenabschluss rundum wirken unterstützend auf den außerordentlich hohen Schallschutzwert der Fenster, was den Wohnwert 'zusätzlich erhöht.

Das Ergebnis "kann sich sehen" lassen

Linkes Gebäude nachher

Nach der Sanierung heben sich die mit einem mineralischen Leichtputz (3mm-Körnung) weiß verputzten Gebäude so angenehm aus der Nachbarschaft heraus, dass sie auch im ganzen Quartier sehr positiv wahrgenommen werden - auch in Form konkreter Mietanfragen. Übers Mittel gerechnet wird eine Kosteneinsparung von 300 Euro pro Wohnung und Jahr erreicht, die sich indes mit jeder Energiepreiserhöhung weiter verbessert. Dem steht eine geringe Mieterhöhung von rund 0,40 Euro/m2 entgegen - auf Jahre unverändert und damit kalkulierbar. Nach Abschluss der Sanierung hat der längst wohl angesehene Gebäudeenergieberater Makowka "seine" Mieter noch einmal über die notwendigen Änderungen beim Heizen und Lüften informiert: Eine gleichmäßige Beheizung aller Räume wirkt sich positiv auf das Verbrauchsverhalten der Thermen aus. Dazu bewahrt ausgiebiges Stoßlüften, statt Dauerlüften über Kippstellung nicht nur die Wohnung vor Schimmelbefall sondern es schont auch den eigenen Geldbeutel - und dafür muss man sich noch nicht einmal warm anziehen...

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