Neues Leben hinter alten Mauern

Großer Ackerhof in Erfurt: 4.000 qm Fliesen und Platten verlegt

Der neu gestaltete Andreasspeicher ist eines der historischen Gebäude auf dem Ackerhofgelände in Erfurt.

Alte Bausubstanz hat ihren Charme. Das gilt in der Erfurter Altstadt z. B. für das markante Gebäudeensemble "Großer Ackerhof". Hinter den Fassaden des Jahrhunderte alten Wirtschaftsgebäudes entsteht derzeit ein soziales Zentrum mit intensiver neuer Nutzung. Funktion und Ästhetik der Innenräume werden auch durch Fliesen und Feinsteinzeugbeläge geprägt.

Das weitläufige Gelände im sonst eher kleinteiligen Andreasviertel nördlich des Erfurter Doms umfasst mittelalterliche Wirtschafts- und Speichergebäude, die von verschiedenen Investoren für moderne Zwecke saniert und umgebaut werden. Vor allem bei der äußeren Erscheinung der Gebäude gelten strenge Denkmalschutzauflagen.

Bereits fertig gestellt und seit Sommer 2010 der Nutzung übergeben ist der Andreasspeicher, der ein Seniorenzentrum der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein beherbergt. Die Arbeiten in diesem Bauabschnitt hatten im Januar 2009 begonnen, das Investitionsvolumen lag bei 12 Mio. EUR. Im benachbarten Ackerhofspeicher, dem zweiten Bauabschnitt des Gesamtensembles, hat ein Begegnungszentrum des Christlichen Jugenddorfwerks im Frühjahr 2011 seinen Betrieb aufgenommen. Außerdem siedeln sich auf dem Gelände weitere Therapie und Freizeiteinrichtungen an, die ein gemeinsames Leben und Arbeiten von behinderten und nicht behinderten Menschen aller Altersstufen ermöglichen sollen.

Bei allen Bauabschnitten war das Gewerk der Fliesen und Platten Aufgabe des Meisterbetriebs von Marco Berndt aus Friemar. Mehr als 4.000 qm hat er mit seinen acht gelernten Mitarbeitern in einem Zeitraum von etwa zwei Monaten verlegt. Als Verlegewerkstoffe kamen Produkte von SAKRET zum Einsatz.

Barrierefreie Sanitärräume

Das Seniorenzentrum Andreasspeicher stellt 80 vollstationäre Plätze für Demenzkranke zur Verfügung. Wohnen und Betreuen spielen sich in kleinen Gruppen, aber mit individuellen privaten Räumen ab. Die Sanitärraume wurden durchgehend barrierefrei geplant und mit senioren- und behindertengerechten Hilfsmitteln ausgestattet.

Behindertengerechte Ausstattung mit bodengleichen Duschsystemen.

Bei der Fliesenverlegung wurde als erster Arbeitsgang eine Grundierung mit lösemittelfreier, schnell abbindender Acrylatdispersion (Schnellhaftgrund SHG) auf dem Betonuntergrund aufgebracht. Ziel war es, eine erhöhte Haftzugfestigkeit herzustellen, wesentliche Voraussetzung für die Belastbarkeit und Dauerhaftigkeit der Fliesenflächen. Den Kern der Nassbereiche bilden bodengleiche Duschsysteme, die eine besonders saubere handwerklich-technische Ausführung erfordern, zum einen natürlich bei der Abdichtung, zum anderen auch beim geforderten Schallschutz. Ein Teil der Sanitärtechnik wird bei solchen Konstruktionen in den Bereich des Fliesenlegers verlagert.

Immens wichtig: die Abdichtung

Als Basis für die Dusche wurde ein wasserundurchlässiger, wärme- und schalldämmender Fliesenträger aus Polystyrol-Hartschaum verbaut, der auch das Gefälle für die anschließende vollflächige Verfliesung vorgab. Wände und Boden wurden mit einer zweischichtigen Verbundabdichtung (Abdichtung einkomponentig Ae) auf die Feuchtebelastung vorbereitet und entsprechend den Beanspruchungsklassen A und B ausgeführt. Die geforderte Trockenschichtdicke von 2mm war nach zwei Arbeitsgängen erreicht; die waren jeweils in kurzem Abstand erledigt, da das Material schon nach drei Stunden überarbeitbar ist.

Teilweise übernimmt der Fliesenleger Aufgaben der Installationsgewerke.

Für die dichte Anbindung der Bodenabläufe sorgen flexible, in die Abdichtung eingearbeitete Dichtmanschetten, die Anbindung des Boden- Duschelements an Wand und umgebende Fläche wurde mit dem Dichtband D flexibel gelöst. Auf dem so vorbereiteten Untergrund konnten dann die Fliesen mit Flexfliesenkleber FFK im Dünnbett verlegt werden.

"Sorgfältige Ausführung ist das A und O bei Verbundabdichtungen und besonders auch bei bodengleichen Duschsystemen", sagt Marco Berndt. "Schließlich müssen Kriechwasser und das Hinterlaufen der Estrichkonstruktion zuverlässig verhindert werden. Die kurze Abbindezeit der Abdichtung ist dabei ein Vorteil: Viele Arbeitsschritte können am gleichen Arbeitstag erledigt werden."

Feinsteinzeug im Dünnbett

Sorgfältige Verarbeitung war auch bei den Feinsteinzeugbelägen, die in dem weitläufigen Gebäude die Erscheinung von Treppen und Gängen prägen, das wichtigste Thema. In großen Teilen des Gebäudes konnte die Verlegung ganz gewöhnlich im Dünnbett erfolgen. Problematisch war ein Teil der Treppen. Den Stahlbeton-Fertigteilelementen fehlte es schlicht an Bauhöhe, 30 zusätzliche Millimeter musste der Plattenbelag stellenweise bringen. Der Aufbau erfolgte in mehreren Schritten. Der mattfeucht vorgenässte Stahlbeton der Treppenelemente wurde zunächst mit SAKRET Kontaktschlämme behandelt, um einen mineralischen Haftgrund herzustellen. Frisch in Frisch konnte dann der Trassnaturstein-Verlegemörtel TNV in Schichtdicken von 20 bis 25mm aufgebracht werden. Die Feinsteinzeugplatten erhielten vor dem sorgfältigen Einklopfen in das Mörtelbett ebenfalls noch eine rückseitige Beschichtung mit der Kontaktschlämme KS. Inzwischen beweisen Fliesen und Platten im Großen Ackerhof täglich ihre Belastbarkeit. Marco Berndt ist zuversichtlich: "Wir haben hochwertige Produkte handwerklich sauber verarbeitet. Nur so kann man mit einer langen, problemlosen Nutzungsdauer rechnen."

Eine der vielen Treppen im Andreas­speicher erhält ihren Belag. Zum Teil mit zusätzlicher Aufbauhöhe von 30 mm.

Prägt die Erscheinung im Inneren des Gebäudes maßgeblich mit: Helles Feinsteinzeug für Gänge und Treppen.

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