75 Jahre SAKRET Werktrockenmörtel

Technik und Markt als Verbund

Er kam einfach zur richtigen Zeit - ob 1936 bei der Erfindung in seinem amerikanischen Ursprungsland oder 1966 als Lizenznehmerimport aus der "Neuen Welt" in Deutschland. In beiden Fällen hat ein vergleichbarer Anlass seine Erfolgsgeschichte beflügelt - die Anforderung des großdimensionierten Bauens in Form des Siedlungsbaus, des Mehrgeschossbaus, der Errichtung von Hochhausarealen.

Während die bis dahin üblichen Baustellen- und Rezeptmörtel - als "individuelle Zufallsmischung" - das Baugeschehen bestimmten, brachte die Verfahrensinnovation des Werktrockenmörtels eine völlig neue Dimension ins Spiel. Durch die Entwicklung des amerikanischen Bauingenieurs Arthur C. Avril war erstmals die konstante Produktion einer definierten Mörtelqualität möglich - sowohl in der Rezeptur wie in den bauphysikalischen Eigenschaften. Gleichzeitig hatte die Abfüllung als Sackware enorme logistische Vorteile: sowohl in der Lagerung, dem Transport wie in der Verteilung auf der Baustelle. Damit begann der beispiellose Siegeszug des gelben Sacks - in Amerika unter dem Markennamen "SAKRETE", in Deutschland und Europa unter "SAKRET".

Evolution und Spezifikation

Die Folgejahrzehnte standen unter den Zeichen der Marktexpansion und der Dominanz des Neubaus. Entsprechend zu dieser Bauwirklichkeit standen auf der SAKRET-Technik-Agenda die Stichworte: Weiterentwicklung der Eigenschafts- und Funktionsprofile, der Produktvarianten, des logistischen Handlings - wie zum Beispiel die Einführung der Silo- und Maschinentechnik.

"Und natürlich ist", so Peter Aping, Geschäftsführer der SAKRET Trockenbaustoffe Europa, "auch heute die Produkt-Optimierung zentral wichtig: etwa im Emissions- und Abbindeverhalten, dem ökologischen Profil, den lebenszyklischen Eigenschaften. Dennoch hat sich die Blickrichtung der SAKRET Technikentwicklung durch die Verschiebung das Marktes in Richtung Bestandsbau deutlich verändert".

Marktumbrüche und Neuorientierung

"Es hat schon leicht paradoxe Züge", sagt Peter Aping, "dass die Realität eines dominierenden Sanierungs- und Modernisierungsmarktes zwar seit gut 15 Jahren diskutiert wird, aber jetzt, wo er Baurealität geworden ist, es kaum Praxiskonzepte gibt, um diese Marktveränderungen - auf der Achse Hersteller, Handel und Handwerk - angemessen zu beantworten." Für SAKRET dagegen ist die Sanierung und Modernisierung des Baubestands das strategische Großthema schlechthin. Aber eines, das mehr denn je nur in der Allianz mit dem Baustoff-Fachhandel und Bauhandwerk gelingen kann.

Die Drei von der Baustelle

"Wo dieser Umformungsprozess in Richtung Altbau und Immobilienbestand zuerst in die Gänge kommen muss, sind der Hersteller und der Handel. Dort haben alle - inklusive SAKRET - zu gerne an die zyklisch unter Dampf stehende Neubau-Lokomotive geglaubt. Aber seit Anfang 2008 war klar, dass SAKRET eine neue Weichstellung braucht", betont Peter Aping. Und diese Weichenstellung in Richtung Bestandsbau ist ein Schritt mit weitreichenden Folgen. Denn für den Neubau ist es typisch, dass es eine Trennung zwischen den einzelnen Gewerken gibt, die in der exakt planbaren Abfolge von Tätigkeiten liegt. Das allerdings hat sich zu einer Baupraxis verfestigt, die aus einer Mischung aus "Silodenke und Tunnelblick" besteht.

Beide Eigenschaften "funktionieren" im diametral anders angelegten Bestandsbau überhaupt nicht mehr. Hier ist die Öffnung der Bauteiligten untereinander ein absolutes Muss, und eine gewerke-, bauteils- und sortimentsübergereifende Baupraxis unabdingbar.

Peter Aping: "Aus der Sicht des Handwerks muss sowohl der Hersteller wie der Handel ihm künftig spezielle Objektsortimente formulieren und anbieten können. Diese vorstrukturierten Sortimente umfassen dann alles, was zwingend zur Sanierung und Modernisierung eines Objekts oder Bauteils gehört. Zum Beispiel bei dem vielschichtigen Thema der Fassadensanierung. Dort gibt es nicht nur die Anforderung an die energetische Sanierung oder Optimierung des Wärmeschutzes, sondern es muss eine ganze Palette an weiteren Problemzonen beachtet und bereinigt werden - von der Durchfeuchtung des Wandquerschnitts, der Rissbildung in Putz und Mauerwerk, dem Pilz- und Algenbefall bis zu den Schäden an Betonbauteilen wie Balkonen etc. Das ist der tatsächliche Grund, weshalb SAKRET in seiner Werktrockenmörtel-Entwicklung primär auf Systembaustoffe und Gesamtlösungen setzt."

In Kombination mit der entsprechenden Sortiments-, Beratungs- und Logistikkompetenz des Baustoff-Fachhandels kann so für das Handwerk mehr getan werden, als mit den üblichen Appellen, dass es per Marketing seine Verhandlungsposition gegenüber dem Bauherrn verbessern soll.

Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung der Fachzeitschrift "baustoffmarkt" veröffentlicht (Heft 03/2011).

www.baustoffmarkt-online.de

SAKRET

Der Name SAKRET steht für das umfassendste Werktrockenmörtel-Sortiment im Marktsegment Baustoffe. Der Ursprung des Unternehmens liegt in den USA. Der Erfinder des Werktrockenmörtels, Arthur C. Avril, begründete 1936 zur Vermark­tung seiner fertig nach festen Rezepturen gemischten Trockenmörtel die Marke SAKRETE. In Europa lautet der Name der einheitlichen Aussprache wegen SAKRET.

Die europäische SAKRET-Gruppe ist ein Lizenznehmerverbund aus selbst­ständigen Unternehmen mit europaweit 36 Lizenzgebieten und 25 Produktions­werken in Europa, davon 5 Lizenznehmer mit 16 Werken in Deutschland. Lizenzgeber für Europa ist die SAKRET Trockenbaustoffe Europa GmbH & Co. KG mit Sitz in Berlin, Geschäftsführer Peter Aping.

Die deutschen und europäischen Werke stellen Grund- und Systembaustoffe für den Hochbau, Fliesen und Platten, Garten- und Landschaftsbau und Betonbau­werke her. Die SAKRET-Gruppe in Deutschland vertreibt ihre Produktsortimente in unterschiedlicher Breite und Tiefe über die beiden Geschäftsfelder Bauhand­werk und Do it yourself.

nach oben
Copyright © 2019 SAKRET