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Selbstnivellierende Ausgleichsmasse

Selbstnivellierende Ausgleichsmasse: Die Lösung für perfekte Bodenebenheit

Was sind selbstnivellierende Ausgleichsmassen?

Selbstnivellierende Ausgleichsmassen sind hydraulisch oder dispersionsgebundene Fließspachtelmassen, die durch ihr niedriges Viskositätsniveau selbsttätig eine horizontale, ebenheitskonforme Oberfläche ausbilden.

Wer heute Fliesen, Naturstein oder Parkett verlegt, braucht einen Untergrund, der keine Kompromisse duldet. Selbstnivellierende Ausgleichsmassen schaffen genau das – auf Beton, Zementestrich und Holzdielen gleichermaßen. Ihre Entwicklung war aufwendig: Mehr als 12 Rohstoffkomponenten müssen so aufeinander abgestimmt sein, dass das Material beim Auftragen fließt und nach dem Abbinden dauerhaft belastbar bleibt. Diese Leistung hat sich in den letzten 20 Jahren auf breiter Front durchgesetzt – getrieben vom wachsenden Renovierungsbedarf im Altbau und den steigenden Ebenheitsanforderungen moderner Belagarten.

Typische Einsatzbereiche

Ausgleich von Unebenheiten auf Beton und Zementestrich

Vorbereitung für Fliesen, Naturstein, Parkett, Teppich und PVC

Renovierung alter Böden im Bestand – auch auf Holzdielenböden

Großformatige Beläge mit hohen Ebenheitsanforderungen

Anforderungsprofil

Das Anforderungsprofil vereint scheinbar gegensätzliche Anforderungen: niedrigviskos genug für perfekte Selbstnivellierung, fest genug für dauerhafte Belastbarkeit, offen genug für großflächige Verarbeitung, schnell genug für enge Bauzeitenpläne. Quell- und Schwindvorgänge beim Abbinden müssen minimal bleiben – auf großen Flächen darf kein Riss, kein Abriss entstehen. Dass sich dieser Anforderungskatalog mit einer überschaubar kleinen Produktfamilie erfüllen lässt, ist das Ergebnis intensiver Formulierungsarbeit.

Hinweis für die Praxis: 

Ausgleichsschichten außerhalb der produktspezifisch zugelassenen Schichtdicken führen regelmäßig zu Schwindung, Rissneigung und Reklamationen – bei korrekter Systemwahl vollständig vermeidbar

Umgebungsbedingungen prüfen und einstellen

Vor Verarbeitungsbeginn müssen Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Zugluft kontrolliert und falls nötig angepasst sein – nicht erst nach dem Auftragen. Unkontrollierte Bedingungen beeinflussen Abbindegeschwindigkeit, Schwindverhalten und Oberflächenqualität direkt. Dieser Schritt wird auf der Baustelle regelmäßig unterschätzt und ist eine der häufigsten vermeidbaren Ursachen späterer Reklamationen.

Temperatur: 10–30°C – gilt für Luft und Untergrund; Unterschreitung verlangsamt Hydratation, Überschreitung verkürzt Offenzeit unkontrolliert

Luftfeuchtigkeit: 60–70% – zu niedrig beschleunigt Oberflächenaustrocknung vor vollständigem Abbinden, zu hoch verzögert Trocknung

Zugluftquellen schließen: Unkontrollierte Luftbewegung erzeugt Austrocknungsgradienten – Rissneigung und Oberflächenstörungen sind die Folge

Heizlüfter: Erste 48 Stunden nach Auftrag nicht einsetzen – lokale Wärmeeinträge führen zu ungleichmäßigem Abbinden und Schwindspannungen

Untergrundvorbereitung für selbstnivellierenden Estrich

1. Mechanische Reinigung

Lose Bestandteile, Trennschichten, alte Klebstoffe und ölige Verunreinigungen vollständig entfernen – kleinste Rückstände beeinträchtigen Fließfähigkeit und Haftverbund der frischen Masse. Das geeignete Verfahren bestimmt die Vorabanalyse: Bürsten, Schleifen, Fräsen, Kugel-, Flamm- oder Dampfstrahlen stehen zur Wahl.

2. Risse und Fugen schließen

Scheinfugen, Arbeitsfugen und Risse müssen vor dem Auftragen verfüllt sein – selbstnivellierende Massen können diese Aufgabe nicht übernehmen. Ruhende Risse kraftschlüssig verbinden: Edelstahlstifte oder Wellenverbinder einbringen, Rissflanken mit SAKRET Spezialgrundierung SG oder SAKRET Gießharz rapid GHr vergießen. Bewegungs- und Gebäudetrennfugen werden in die Spachtelung übernommen.

3. Randstreifen

An allen Wand-Boden-Anschlüssen und aufgehenden Bauteilen sorgfältig anbringen – verhindert Spannungseintrag durch Schwindung und thermische Dehnung in die Spachtelschicht.

4. Grundierung – vor jeder Spachtelung obligatorisch

Reguliert die Saugfähigkeit, verbessert den Haftverbund und bindet Staub. Saugt der Untergrund zu stark, entzieht er der frischen Masse Anmachwasser – die Folge ist eine poröse, festigkeitsgeminderte Oberfläche im abgebundenen Zustand.

UntergrundEmpfohlene GrundierungHinweis
Mineralisch, saugend
(Beton, Zementestrich)
SAKRET Universalgrundierung UG
(Kunststoffdispersion)
Reguliert kapillare Saugfähigkeit, verbessert Haftverbund
Glatt, nicht saugendSAKRET Schnellhaftgrund SHG
(Acrylat-Quarz)
Schafft mechanischen Haftgrund auf nicht saugenden Oberflächen
Calciumsulfatestrich + Zementspachtel
>10 mm
SAKRET Spezialgrundierung SG
(Epoxidharz) + Quarzsand abstreuen
Schichttrennung zwingend – verhindert Reaktion zwischen calciumsulfat- und zementgebundenem System, Quarzsand schafft mechanisc

Sonderfall Holzdielenboden: 

Holz ist stark hygroskopisch und reagiert auf Wassereintrag mit Quell- und Schwindvorgängen – hoch konzentrierte, unverdünnte Dispersionsgrundierung reduziert Wasseraufnahme und stabilisiert die Oberfläche. Alte, verzogene Dielenböden sind in der Regel nicht fugendicht: Ohne vollständige Abdichtung aller Risse und Spalten penetriert hochfließfähige Spachtelmasse in Zwischendecken und Hohlräume – mit schwerwiegenden Folgen für den Schichtaufbau und angrenzende Bauteile.

Produkte nach Untergrund

ProduktUntergrundHinweis
SAKRET Holzdielenausgleichsmasse HDAHolzSpeziell für Dielenböden – unverdünnte Dispersionsgrundierung erforderlich
SAKRET Fußbodenausgleichsmasse FAMBeton, ZementestrichUniversell einsetzbar
SAKRET Leichtspachtelmasse LSMHolz, Beton, ZementestrichFür dünne Schichtdicken geeignet

Alle Produkte sind maschinengängig und werden in Mischpumpen mit Nachmischern verarbeitet.

Verarbeitung von selbstnivellierenden Ausgleichsmassen

Der kritischste Parameter ist der Wassergehalt – selbstnivellierende Massen reagieren sensibler auf Abweichungen als herkömmliche Fließestriche. Zu geringer Wassergehalt zeigt sich sofort im steifen Material; zu hoher Wassergehalt bleibt durch das gute Fließverhalten oft unbemerkt und führt zu Festigkeitsverlust und Rissneigung im abgebundenen Zustand. Das produktspezifische Ausbreitmaß ist daher vor Beginn und bei Maschinenverarbeitung obligatorisch am Ende des Förderschlauchs zu kontrollieren – Förderstrecke und Druckverhältnisse beeinflussen die Konsistenz signifikant.

Nach dem Auftragen:

Grobe Egalisierung mit Kelle, Zahntraufel, Rakel oder Schwabbelstange

Obligatorisch: Entlüftung mit Stachelwalze oder Zahnrakel – Lufteinschlüsse reduzieren Festigkeit und erzeugen Oberflächenstörungen dauerhaft

Frische Spachtelfläche ausschließlich mit Stachelschuhen betreten – Druckpunkte schädigen die noch nicht abgebundene Oberfläche dauerhaft

 

Stimmen Wassergehalt und Umgebungsbedingungen, steht ein schnell belegbarer, ebener Untergrund für nahezu jeden finalen Bodenbelag bereit.

Welche Norm gilt für selbstnivellierende Ausgleichsmassen?

Selbstnivellierende Ausgleichsmassen unterliegen der EN 13813 (Estrichmörtel, Estrichmassen und Estriche). Maßgeblich sind die Anforderungen an Druckfestigkeit (C), Biegezugfestigkeit (F) und – bei Nassraumeignung – Wasserbeständigkeit (W). Die jeweiligen Grenzwerte sind den technischen Merkblättern der Produkte zu entnehmen.

Auf welchen Untergründen kann man selbstnivellierende Ausgleichsmasse verarbeiten?

Geeignete Untergründe sind Beton, Zementestrich, Calciumsulfatestrich (mit Systemgrundierung) und Holzdielen (mit unverdünnter Dispersionsgrundierung). Voraussetzung ist jeweils ein tragfähiger, sauberer und grundierter Untergrund. Nicht geeignet sind bewegliche oder schwimmende Konstruktionen ohne vorherige Rissverpressung.

SAKRET als Systempartner

SAKRET bietet aufeinander abgestimmte Produkte für jeden Untergrund – von der Grundierung bis zur fertigen Spachtelfläche. Die richtige Systemauswahl beginnt mit der Untergrundanalyse. Produktspezifische Verarbeitungshinweise, Schichtdicken und Trocknungszeiten sind in den jeweiligen technischen Merkblättern hinterlegt.

Produkte im Bereich Ausgleichsmassen:

für viele Beläge geeignet

keramische Fliesen und Platten, Naturstein und Marmor, PVC, Teppichböden & schwimmend verlegtes Parkett/ Laminat

fix belegbreif

keramische Beläge können nach 4 h auf die FAM

für viele Beläge geeignet

keramische Fliesen und Platten, Naturstein und Marmor, PVC, Teppichböden & verklebtes oder schwimmend verlegtes Parkett/ Laminat

einfache Verarbeitung

gute Verlaufseigenschaften und stuhlrollengeeignet

einfache Anwendung

1-komponentig und direkt gebrauchsfertig

schützt die Umwelt

erfüllt Standards nach EC 1 PLUS und AgBB

vielseitig einsetzbar

für Wand, Decke, Boden, innen und außen

wirkt flüssigkeitsregulierung

reguliert Saugverhalten von mineralischen Untergründen

auf zahlreichen Untergründen einsetzbar

als Grundierung u. a. für Ausgleichsmassen, Dünnbett- und Reparaturmörtel auf alten Fliesenbelägen, schwach saugenden Zementestrichen, Holzspanplatten V 100, Beton und Metallen u. v. m.

vielseitig anwendbar

für Wand, Boden, innen und außen

leicht verarbeitbar

gießfähig, und gutes Eindringvermögen

schützt die Umwelt

erfüllt Standards nach EC 1 PLUS und AgBB