Sanierungswelle nach der Flut
Das Jahrhunderthochwasser an Elbe, Donau, Saale und ihren Zuflüssen hat im Juni Zehntausende Menschen getroffen. Vollgelaufene Keller, überflutete Zimmer sowie massive Schäden in Wohnungen und Gebäuden waren die Folge. Erst nachdem die Wassermassen wieder verschwunden waren, realisierten viele Haus- und Wohnungsbesitzer das Ausmaß der Schäden. In den nächsten Monaten kommt auf sie eine gewaltige Wiederaufbauleistung zu. Ein Leitfaden von SAKRET gibt Handwerkern Hilfestellung bei der Analyse und der Umsetzung von passenden Sanierungslösungen.
Feuchteschäden haben einen massiven Einfluss auf den Zustand von Gebäuden. Dringt Wasser in die Bauteile ein, schwemmen lösliche Substanzen wie schädliche Salze an die Oberfläche. Die Folgen sind sichtbare Flecken, Schimmelpilze und im Extremfall die Zerstörung der Wandstruktur. Ist das Hochwasser abgeflossen, ist deshalb zügiges Handeln gefragt. Nicht immer ist das Mauerwerk so schwer mitgenommen, dass es ausgetauscht werden muss. Oftmals reichen eine aktive Trocknung und die Erneuerung der Außenschichten mit speziell auf Sanierungsfälle ausgerichteten Materialien. Bevor es an die Renovierung geht, müssen die durchfeuchteten Tapeten, Belege und Verkleidungen restlos entfernt werden. Heiz- und Entfeuchtungsgeräte helfen, den hohen Feuchtigkeitsgrad zu reduzieren.
Nach der Flut: Bevor die Sanierung beginnen kann, gilt es die beschädigten Elemente an den Wänden abzuklopfen und das Mauerwerk zu trocknen.
Wie der Fachhandwerker bei der Sanierung der Innenwände vorgehen muss, hängt ganz vom Zustand des Mauerwerks ab. Sind die Untergründe noch intakt, kann man stark saugfähige Flächen mit SAKRET Tiefengrund TGW egalisieren. Sind Wasserflecken sichtbar, macht anschließend eine offenporige Isolierbeschichtung Sinn. Zum Schluss erfolgt eine hochdiffusionsoffene Deckbeschichtung mit individuellem Farbwunsch. Hat die Flut die Untergründe stark beschädigt, werden diverse Vorarbeiten nötig: Der durchfeuchtete und verunreinigte Innenputz muss komplett entfernt werden, bis die Wand freigelegt ist. Mauerwerke mit geringer Feuchte und niedriger Salzbelastung verputzt der Fachmann dann am Besten mit einem Kalkputz. Er ist sehr diffussionsoffen, wodurch der Untergrund weiter trockenen kann.
Auch bei der Sanierung der Fassade stehen dem Fachmann eine Reihe unterschiedlicher Optionen offen – abhängig davon, wie stark der Außenbereich durch das Hochwasser beschädigt wurde. Ist der Putz noch ausreichend fest und sind keine Hohlstellen vorhanden, genügt ein neuer Anstrich. Bröckelt der Putz ab, ist porös oder stark verunreinigt, führt kein Weg an einem Neuverputz vorbei. Eine besonders durchdachte Lösung ist das Sanierputzsystem von SAKRET. Der Fachmann beginnt hier zunächst mit dem Entfernen des alten Putzes von mindestens 80 Zentimetern über der sichtbaren Durchfeuchtung und Salzbelastung.
Der Sanierputz von SAKRET ist so beschaffen, dass Feuchtigkeit auf kapillarem Weg in das Material einwandert und gelöste Salze auskristallisieren.
Danach wird das Mauerwerk trocken gereinigt und die Fugen werden ausgekratzt. Anschließend trägt der Verarbeiter einen netzartigen Spritzbewurf auf. Er hat eine griffige Oberfläche und verbessert die Untergrundhaftung für nachfolgende Schichten. Bei größeren Unebenheiten empfiehlt sich, anschließend ein Porengrundputz zur Egalisation aufzutragen. Danach kommt die eigentliche Sanierputzschicht. Sie ist so beschaffen, dass Feuchtigkeit auf kapillarem Weg in den Putz einwandern kann und die gelösten Salze im Sanierputz auskristallisieren. Damit wird die Versalzung von der Oberfläche in die Putzschicht verlagert. Die Schlussbeschichtung erfolgt mit wasserdampfdiffusionsoffenen Beschichtungen wie Silikat- oder Siliconharzfarben oder mineralischen Edelputzen.
Etwas kniffliger ist die Ausgangslage, wenn die Fassade mit einem Wärmedämmverbundsystem ausgestattet war. Mineralwollsysteme sind bei Überflutung meist irreparabel beschädigt. WDVS aus Styropor trocknen zwar wieder aus, bremsen allerdings auch die Trocknungszeit des Mauerwerks. Deshalb empfiehlt sich auch hier ein Austausch.