SAKRET Unternehmerforum 2013
Brandaktuelle Informationen, packende Vorträge von namhaften Referenten und bereicherndes Networking hatten die SAKRET GmbH und die SAKRET Trockenbaustoffe Sachsen für ihr gemeinsam veranstaltetes Unternehmerforum im Maritim Hotel Halle angekündigt. Und dieses Versprechen wurde zu einhundert Prozent eingehalten.
Den Auftakt des Unternehmerforums 2013 machte Thomas Ehlebracht, Geschäftsführer der SAKRET GmbH, mit der Begrüßung der Gäste und der Einführung in das umfangreiche Tagesprogramm. Auf der Agenda stand ein breit gefächertes Themenspektrum mit den beiden Polen Markt und Marketing auf der einen und Vertragswesen und Baurecht auf der anderen Seite. Drei Vorträge befassten sich mit der Marktentwicklung des Sanierungs- und Renovierungsmarkts und den Chancen bei der Nutzung von sozialen Medien und Empfehlungsmarketing. Zwei weitere Beiträge beleuchteten die juristische Seite unbezahlter Bauleistungen, Mängelrügen, Abnahmen und außergerichtlicher Einigungen.
Nach den Vorträgen konnte Thomas Utermöller, Geschäftsführer der SAKRET Trockenbaustoffe Sachsen, beim Stehbankett mit Teilnehmern und Referenten ein ausgesprochen positives Resümee ziehen: Die Teilnehmer waren zahlreich erschienen, und sie waren vor allem von der Qualität der Vorträge überzeugt.
Das mit dem Unternehmerforum 2013 erstmals erprobte Konzept, überregional und in Zusammenarbeit zweier Lizenznehmer eine hochklassige Veranstaltung auszurichten, hat sich gleich beim ersten Anlauf bewährt. Die SAKRET GmbH und die SAKRET Trockenbaustoffe Sachsen haben damit einen Weg vorgezeichnet, der eine enge Kooperation der SAKRET Lizenznehmer auch außerhalb des technischen Bereichs anstrebt - für Thomas Utermöller und Thomas Ehlebracht ein schöner Erfolg, der Beispiel machen wird.
Der Renovierungsmarkt: Markttrends und Chancen
In seinem Eröffnungsvortrag unternahm Dr. Wolfgang Setzler einen ausgesprochen lebendigen und instruktiven Parforce-Ritt durch den Renovierungs- und Sanierungsmarkt in Deutschland. Ausgangspunkt von Setzlers Betrachtungen war der erkennbar gesteigerte Wert von Wohnen im doppelten Sinn: Einerseits wird die Wohnung zum Rückzugsraum und Kristallisationspunkt des Wohlfühlbedürfnisses in einer unsicheren Welt, andererseits verspricht das "Betongold", also der eigene Immobilienbesitz, auch eine weitgehend risikolose materielle Sicherheit. Das erklärt auch die wachsenden Ansprüche an eine zeitgemäße, gern gehobene Ausstattung, auch (bau-)technisch, vor allem bei der Energieeffizienz. Eine Folge dieser Trends ist eine Investitionsbereitschaft, die sich vor allem auf den Bestandsbau konzentriert, nachdem die Neubautätigkeit auf geringem Niveau bleiben wird.
Der größte Teil der Investitionen im Bestand, das hat auch Folgen für das Handwerk, das vor allem mit Preisdruck und Nachwuchsproblemen für die qualifizierten Tätigkeiten zu kämpfen hat, und sich zudem einer veränderten Kundenstruktur gegenüber sieht. Auch das Handwerks-Marketing und der Umgang mit den Kunden müssen sich den neuen Verhältnissen anpassen.
Zudem gibt es, berichtete Setzler, in einigen Bereichen der Sanierung und Modernisierung Imageprobleme, namentlich bei der Wärmedämmung, die immer wieder in den Schlagzeilen auftaucht - oft mit verkürzten, aus technischer Sicht nicht haltbaren Argumenten. Nicht zuletzt spielt das Umfeld der staatlichen Verordnungen und gesetzlichen Regeln mit ihren turnusmäßigen Verschärfungen eine große Rolle im Modernisierungsmarkt.
Unter dem Strich, so Setzler, gibt es für Baustoffhersteller, den Handel und das Handwerk große Chancen auf dem Renovierungsmarkt in Deutschland. Um manche von diesen Chancen zu nutzen, müsse man allerdings auch die Voraussetzungen im eigenen Unternehmen schaffen.
Social Media und Empfehlungsmarketing
Digitale Nähe zum Kunden, erfuhren die Teilnehmer des Unternehmerforums von Volker Geyer, kann gerade für einen kleinen Handwerksbetrieb die Möglichkeit bieten, ganz neue Kundenkreise zu erschließen und den Umsatz dauerhaft zu erhöhen. Seinen eigenen Malerbetrieb hat Geyer durch Social Media und Online-Marketing so bekannt gemacht, dass nicht nur das kleine Unternehmen hervorragend läuft, sondern Geyer auch als Referent und Berater sehr gefragt ist.
Ein Handwerksbetrieb ohne Internetauftritt, das ist in Geyers Augen ein marketingtechnischer Unfall ersten Ranges. Etwa die Hälfte aller Handwerksbetriebe erlaubt sich diesen strategischen Fehler und riskiert damit, auf Dauer von den potenziellen Kunden übersehen zu werden. Die kleine statische Internet-Seite von einst reicht allerdings auch nicht: Kompetenzen zeigen, Image aufbauen, mit Interessierten ins Gespräch kommen, und vor allem ständig mit interessanten neuen Beiträgen präsent sein, z.B. in einem Blog, das ist die Marketingstrategie, die sich für Geyer selbst schon ausgezahlt hat. "Werden Sie zum Geschichtenerzähler", rät Geyer dem Handwerks-Unternehmer, und veranschlagt dafür etwa eine Stunde täglich "Chefsache Internet-Kommunikation" für Geschäftsinhaber.
Neben Internet und Social Media hält Geyer Empfehlungsmarketing für einen Schlüssel zum Erfolg - wenn diese Karte aktiv gespielt wird. Empfehlen können natürlich in erster Linie zufriedene Kunden, und das nicht nur in der bekannten Weise der Mundpropaganda, sondern auch in "organisierter" Form, z.B. bei Veranstaltungen wie Projekt- und Empfehlungsabenden. Aber auch die gegenseitige Empfehlung von Handwerksbetrieben und dem Fachhandel kann aktiv und organisiert genutzt werden.
Alles, was Recht ist - Schuldrecht und Baumanagement
Bauen ist eine komplexe Angelegenheit mit vielen Beteiligten, und entsprechend kompliziert kann es zugehen, wenn Probleme auf der juristischen Ebene ausgetragen werden. Zwei gemeinsame Vorträge von Dipl.-Ing. Ralf Schneider und Maler- und Lackierer- und Stuckateurmeisterin Jutta Keskari-Angersbach beschäftigten sich mit der trockenen, aber für jeden Praktiker ungemein wichtigen Materie. Beide Referenten konnten aus ihrer umfangreichen Gutachter- und Schlichtertätigkeit sprechen.
VOB oder Verbrauchervertrag - wo früher gerne auch gegenüber dem privaten Kunden die VOB zugrundegelegt wurden, ist heute der Verbrauchervertrag nach BGB maßgeblich. Die umfangreichen Vertrags- und Nachweispflichten gegenüber dem Auftraggeber sollten, so die Referenten, unbedingt ernst genommen werden, bis hin zu den gerne übersehenen Pflichten zur Vollständigkeit bei den Leistungsbeschreibungen, insbesondere auch besonderen Leistungen und Nebenleistungen. Denn, so Schneider und Keskari-Angersbach, Widersprüche und Unklarheiten gehen zu Lasten des Verfasser des Leistungsvertrages. Ebenso sollten die Nachweispflichten, etwa über verwendetes Material und Arbeitsstunden, sehr organisiert erfüllt werden. Oft entscheidet auch ein gutes Nachtragsmanagement darüber, ob ein Auftrag unter dem Strich profitabel abgerechnet werden kann. Drei Grundsätze, die man vor allem aus dem Bereich der Mängelrügen kennt, sollten im gesamten Vertragswesen und in der Auftragsabwicklung eingehalten werden, könnte man als die Essenz der beiden Vorträge festhalten: Schriftlich, verständlich, nachweisbar - wer organisiert so arbeitet, vermindert deutlich die rechtlichen Risiken, die bei handwerklicher Arbeit immer drohen können.