Geballtes Expertenwissen bei den Praxistagen

Praxistage I: Fachseminare Fassade

Immer konkret: die Referenten bei den Praxistagen WDVS und Putz

Produktkompetenz, Praxiserfahrung und Faktenwissen – darauf kommt es im Berufsalltag von Fachhandwerkern an. Dies gilt nicht zuletzt für die Verarbeiter von Wärmedämm­verbundsystemen (WDVS) und Putz-, Fliesen- sowie Plattensystemen. SAKRET als eines der führenden Unternehmen der Branche hat sich die professionelle Unterstützung der Weiterbildung auf die Fahne geschrieben. Von Anfang Februar bis Mitte April veranstaltete der Hersteller an insgesamt 13 Terminen Fachseminare. Im Mittelpunkt standen konkrete Tipps für die tägliche Arbeit – von Experten für Experten.

Innen, außen, aufgedoppelt: Wärmedämmung in allen Facetten

Der Klassiker der Wärmedämmung kommt in die Jahre: WDVS der ersten Generationen erfüllen nicht mehr die heutigen Standards. Zudem müssen altersbedingt viele Putzoberflächen ohnehin überarbeitet werden. Eine Aufdoppelung kann darum eine wirtschaftliche und bautechnisch saubere Lösung sein. Das Verfahren ist seit einiger Zeit bekannt, wird aber erst seit Kurzem zunehmend eingesetzt. Was dabei technisch zu beachten ist, erfuhren die Teilnehmer des Seminars aus erster Hand.

Der Brandschutz spielt bei neuen WDVS eine genauso große Rolle wie bei der Aufdoppelung. Gegenüber der üblichen Überschlagsicherung an den Laibungen gewinnt der durchgehende Brandriegel immer mehr an Bedeutung. Egal welches System gewählt wird: Die nichtbrennbaren Bestandteile werden von der Oberfläche bis auf das Mauerwerk geführt, also auch durch ein vorhandenes WDVS mit EPS-Dämmplatten hindurch. Gesonderte Brandschutzmaßnahmen sind bei der SAKRET-Innendämmung mit Calciumsilikat-Dämmplatten nicht notwendig. Innendämmungen werden immer populärer und sind zu einem Topthema in vielen Fachzeitschriften geworden. Die zentrale Frage, die auch die Teilnehmer der Praxistage beschäftigte, lautet: Wie kann man Gebäude, die nicht mit einer Außendämmung versorgt werden, per Innendämmung effizient modernisieren? Die Referenten gaben konkrete Antworten und viele Tipps, ohne die inzwischen technisch überholten Vorbehalte der Vergangenheit. Fazit des Seminars: Wie eigentlich überall am Bau kommt es bei der Innendämmung auf eine bauphysikalisch korrekte und handwerklich saubere Ausführung in den kritischen Details an.

Neu und funktional: „Kühle“ Fassadenfarben

Auch an der Fassadenoberfläche geht die Entwicklung weiter. Eine Beschränkung auf unkritische Hellbezugswerte hat bisher besonders kräftige Farbtöne verhindert. Zu sehr heizen sich gerade auf WDVS die Oberflächen auf – mit negativen Folgen für Putz und Dämmstoff. „Optimale solare Reflexion“ war das Entwicklungsziel, das dem jetzt vorgestellten SAKRET OSR-System den Namen gegeben hat. Die mit OSR ausgerüsteten Fassadenfarben reflektieren den wärmetransportierenden Infrarot-Anteil des Sonnenlichts wesentlich stärker, so dass sie bei gleicher Einstrahlung wesentlich kühler bleiben als farbintensive Beschichtungen. SAKRET stattet Fassadenfarben unterschiedlicher Bindemittelklassen und Farbtöne mit OSR aus. Vom erweiterten Farbspektrum konnten sich die Teilnehmer der Praxistage direkt überzeugen. Mit OSR ausgerüstete Beschichtungen können auch mit einem Hellbezugswert von unter 20 auf WDVS eingesetzt werden und sind für den Endkunden nicht nur durch die Farbtonintensität, sondern auch durch die Langzeitbeständigkeit, attraktiv.

Bewährt und aufgewertet: Kalkputze

Selbst mitanpacken: Seminarteilnehmer der Praxistage probieren vorgestellte Techniken aus.

Kalkputze sind Baustoffe mit einer langen Tradition und vielen positiven Eigenschaften. Besonders die feuchteregulierende Wirkung, die Schimmelpilz hemmende alkalische Einstellung und die allergenfreie Zusammensetzung machen sie zu einer idealen Wahl für Innenräume, gerade bei ökologischen Bauweisen. Diese altbekannten Vorteile werden zurzeit neu entdeckt und wieder nutzbar gemacht – auch mithilfe moderner Rezepturen. Dadurch wird zum Beispiel die für manche Anwendungen zu geringe Härte oder der zu geringe Sulfatwiderstand eines reinen Kalkputzes technologisch an die konkrete Situation angepasst. Im Bereich der Denkmalpflege oder allgemein der Restaurierung im historischen Bestand spielen solche Anpassungen durch gezielte Zugabe anderer Bindemittel wie Zement oder Trass eine große Rolle, wenn die Mechanismen und Eigenschaften der so veränderten Rezepturen gut bekannt sind. Die bauphysikalischen, baubiologischen und verarbeitungstechnischen Besonderheiten von Kalkputzen wurden auf den Praxistagen ausführlich vorgestellt und diskutiert.

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