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Epoxi-Fugen: Die neue Generation

Einfache Verfugung und Waschbarkeit

Von Fugen in keramischen Belägen wird heute trotz sehr schmaler und filigraner Ausführung eine ästhetische Funktion erwartet und sie sollen dauerhaft das Auge erfreuen. Gleichzeitig steigen die Ansprüche bei hoher Beanspruchung, so vor allem bei barrierefreien Duschanlagen, Schwimm- und Wellnessbereichen. Reaktionsharz-gebundene Fugen sind hier die Lösung!

Epoxidharze der neuesten Generation besitzen eine sehr niedrige Viskosität, was einen geringen Arbeitsaufwand beim Einfugen bedeutet.

Bei barrierefreien Duschanlagen werden besondere Anforderungen an Funktionalität und Beständigkeit der Fliesen und Fugen gestellt. Denn Rückstände von Shampoo und Seifen, Reste von Haarfärbemitteln, Hautschuppen und weitere Substanzen liefern die Grundlage für organische Beläge. Diese sind wiederum ein Eldorado für Pilze und Bakterien. Sie führen nicht selten zu unangenehmen Auswirkungen bezüglich Hygiene und Gesundheit und zerstören auch die Ästhetik des Fugenbildes. Aggressive Reiniger und Desinfektionsmittel können die Gefahr zwar bannen, stellen aber zusätzlich größte Herausforderungen an die chemische Beständigkeit und Dauerhaftigkeit der Fugen. Für all diese Fälle spielt die reaktionsharz-gebundene Fugung deshalb eine besonders große Rolle.

Auch im Privatbad einsetzbar

Bisher haben Fliesenleger eher Abstand genommen, wenn es darum ging die sogenannten Säurekitte zu verarbeiten. Dabei sind Epoxidharze seit langem bekannt und bereits seit Ende der vierziger Jahre im Einsatz. Die Verarbeitung der Reaktionsharz-Produkte früherer Generationen war jedoch für die ausführenden Handwerker mühsam und belastend. Die Konsistenz des Materials war stark temperaturabhängig und roch unangenehm, es war schlicht eine Zumutung diese Masse dauerhaft verarbeiten zu müssen. Im Laufe der letzten Jahre haben sich allerdings deutliche Rohstoffverbesserungen durchgesetzt und können nun in der Rezepturformulierung anwenderfreundlicher Produkte umgesetzt werden.

Einfach einfugen

Das Abwaschen ist auch bei R 12 Belägen mit einem handelsüblichen Schwammbrett möglich.

Epoxidharze der neuesten Generation besitzen eine sehr niedrige Viskosität, was ein niedriger Arbeitsaufwand beim Einfugen bedeutet. Bereits beim Anrühren fällt der Unterschied sofort auf. Auch wenn der typische Eigengeruch der meist aminischen Härter bleibt, so konnten doch die physiologischen Eigenschaften in vielen Bereichen deutlich verbessert werden, was sich zum Beispiel in einer entschärften Produkt-Kennzeichnung in den Sicherheitshinweisen auf den Gebinden sowie im Sicherheitsdatenblatt bemerkbar macht. So werden Amine und Reaktivverdünner mit kritischer Klassifizierung/Kennzeichnung nicht mehr eingesetzt. Zudem wird auf Co-Lösemittel und flüchtige Additive verzichtet, die früher durch andere Zusatzstoffe (z. B. das kritische Orangenterpen) überdeckt werden mussten. Dies wiederum bedeutet ein geringeres Gefährdungspotential für die Verarbeiter.

Vielfalt bei der Farbgebung

Die Farbgebung moderner Epoxi-Fugen wird übrigens durch spezielle farbig gecoatete Zuschlagstoffe erzeugt. Dadurch kann auf feinverteilte Pigmentpasten verzichtet werden und das Bindemittel bleibt vollkommen transparent. Der Farbgebung sind nunmehr kaum Grenzen gesetzt und die Farbenpalette kann fast endlos erweitert werden. Bei allen Farbtönen sind die Harz-Rückstände, die nach dem Einfugen und sauberen Abziehen auf der keramischen Oberfläche verbleiben, nun nicht mehr als störende Farbschicht wahrnehmbar, sondern sie erscheinen ebenfalls komplett transparent.

Einfach waschbar

Die Waschbarkeit von Epoxidharzen wird durch sogenannte Emulgatoren erreicht. Eigentlich sind Reaktionsharze nicht mit Wasser mischbar und daher auch nicht mit Wasser abwaschbar. Erst durch oberflächenaktive Substanzen – sogenannte Emulgatoren – ist es möglich, Einfugreste von der Plattenoberfläche abzuwaschen. In Epoxi–Fugen der neuesten Generation ist es gelungen, diese Stoffe fest in die Bindemittelmatrix zu integrieren und durch chemische Reaktionen einzubinden. Eine späteres Anlösen und Erweichen beziehungsweise das Herauslösen des Bindemittels wird damit unterbunden. Das Resultat ist eine Waschbarkeit, die sich absolut mit modernen zementgebundenen Fugen messen lassen kann. Dafür ist nun kein spezielles Schwamm-Material mehr erforderlich, handelsübliche Schwammbretter reichen für ein hervorragendes Waschergebnis und voll gefüllte Fugen vollkommen aus.

Hohe Umwelt- und Nachhaltigkeitsstandards

Durch die hohe Beständigkeit gegenüber einer hohen Vielzahl von Chemikalien hat sich der Einsatz von Epoxi-Fugen in Chemie-Betrieben, lebensmittelverarbeitenden Industrien, Laboratorien, Großküchen, Batterie-Laderäumen, Werkstätten, Schwimm- und Solebecken etabliert.

Gut zu wissen: Die Fugen sind chemikalienbeständig beim Kontakt mit allen haushaltsüblichen Reinigern und selbst hochkonzentrierte Lösungen können regelmäßig eingesetzt werden. Die Epoxi-Fugen der neuesten Generation beeinträchtigen im ausgehärteten Zustand nicht mehr die Raumluft. Die strengen Kriterien der GEV Emicode® EC 1 plus R werden erfüllt, womit auch der maximale Schutz bei der späteren Nutzung gesichert ist.

Blickpunkt Praxis/Forschung & Entwicklung:

Bei der EpoxidFuge EPF design von SAKRET Bausysteme wurden die Verarbeitungsvorteile mit der sehr hohen Beständigkeit kombiniert. Das Material übertrifft die Qualitätsstandards RG nach DIN EN 13888 und R2T nach DIN EN 12004 und ist somit sowohl als hoch belastbarer Fugen- sowie als Klebemörtel zugelassen. Zusätzlich ist das System unter Berücksichtigung der sehr hohen Anforderungen an Trinkwasserbereiche entwickelt worden. Besonders in Trinkwasseraufbereitungsanlagen wird auf Hygiene allergrößter Wert gelegt, entsprechende Eignungsnachweise sind hier unumgänglich. Ähnlich hohe Anforderungen bestehen zu Recht auch an die Wasserqualität in Schwimmbädern. Auch in diesem Fall wird ständig mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln gearbeitet, um die Sicherheit bei der Nutzung zu garantieren.


Produktempfehlung: EpoxidFuge EPF design

Eckdaten:
Fugenbreite 1 -20 mm
Fugen-Klasse DIN EN 13888 RG
Kleber-Klasse DIN EN 12004 R2T
GEV Emicode© EC1 plus R
  • Der dekorative Epoxidharz Fugenmörtel ist für Fugenbreiten von 1 bis 20 mm geeignet.
  • Er kann nach 16 Stunden bereits begangen werden und ist nach sieben Tagen voll belastbar.
  • Das Produkt zeichnet sich aus durch eine hohe Farbbrillianz bei den 11 lieferbaren Farbtönen sowie erhöhte Schimmelresistenz und Beständigkeit gegenüber sauren Reinigern.

Wasserdicht und farbstabil, belastbar und chemikalienbeständig

  • Epoxidharz Fugen nehmen aufgrund der dichten Struktur kein Wasser auf und verbinden sich konsequent mit den Fugenflanken, so dass auch hier praktisch kein Wasser eindringen kann.
  • Wo kein Wasser eindringt, wird auch kein Schmutz transportiert. Trotzdem stellen die Fugen grundsätzlich keine Abdichtung im Sinne der Norm dar. Auf eine, den Anforderungen entsprechende, im System mit dem Verlegewerkstoff, geprüfte und zugelassene Abdichtungsebene kann also trotzdem nicht verzichtet werden.
  • Epoxidharzfugen bleiben aufgrund ihrer geschlossenen und glatten Oberfläche lange Jahre in ihrer Farbgebung erhalten. Lediglich direkte Sonneneinstrahlung kann bei hellen Farbtönen zu einer gewissen Vergilbung führen. Daher sind helle Farben nicht für den Außenbereich zu empfehlen.
  • Die strengen Kriterien der GEV Emicode® EC 1 plus R werden erfüllt.

Der Autor

Dipl. Chemie Ing. Günther Meyer
Mitglied der Geschäftsleitung der SAKRET Bausysteme GmbH & Co. KG, leitet seit 1994 den Bereich Forschung & Entwicklung
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