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ALTBAUSANIERUNG: MAUERWERK

Nachträgliche Horizontalabdichtung

Hier zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt die Verarbeitungshinweise zur nachträglichen Horizontalabdichtung.

Der Schichtaufbau für die horizontale Abdichtung am Mauerwerk.

Systemaufbau und Verarbeitung

  • Schadensbild und Ursachen

    Kapillar aufsteigende Feuchtigkeit aus dem erdberührten Bereich kann prinzipiell auf zwei Wegen ins Mauerwerk eindringen: Erstens durch die vertikale Wandfläche – hier muss die Ursache, die fehlende oder unzureichende Vertikalabdichtung, beseitigt werden. Zweitens durch das Fundament und aufgehende Mauerwerk. In beiden Fällen können bauschädigende Salze mit der Feuchtigkeit transportiert werden.

  • Die SAKRET Lösung

    Mit einer Druckinjektion wird eine kapillarverengende und hydrophobierende Injektionsflüssigkeit in das Mauerwerk gepresst bzw. als hydrophobierende Creme drucklos eingebracht, die nach der Trocknung eine Feuchtesperre bildet. Vorteile der SAKRET Horizontalsperre: lösemittelfrei, hohe Eindringtiefe, hoch hydrophob. 

    Durch lang anhaltende vorherige Durchfeuchtung befinden sich bauschädigende Salze im Mauerwerk. Zur Aufnahme der Salze wird ein diffusionsoffenes Sanierputzsystem für eine neue Oberflächengestaltung eingesetzt, das die weitere Trocknung des Mauerwerks nicht behindert.


Die Schritte:

  1. Altputz entfernen

    Bei verputzten Flächen feuchte- bzw. salzbelasteten Altputz abschlagen bis 1 m über der sichtbaren Durchfeuchtung. Anschließend Mauerwerksfugen 15–20 mm tief auskratzen und die gesamte Fläche mechanisch reinigen, z. B. mit einem Metallbesen oder dem Sandstrahler. Der anfallende Bauschutt ist umgehend zu entsorgen.

    Alternativ: Festen Putz belassen, er dient als Verdämmung für die Injektion.

  1. Packer setzen

    Um eine vollständige Durchdringung mit dem Injektionsmittel sicherzustellen, in Abständen von 10–15 cm horizontal ein- oder zweireihig Bohrlöcher setzen, die etwa 10–15 Grad nach unten weisen. Der Durchmesser muss den eingesetzten Bohrpackern entsprechen, die Bohrlöcher sollten etwa zwei Drittel der Wandtiefe erreichen. Anschließend die Bohrlöcher reinigen. Die Bohrpacker einsetzen und nach Herstellervorgaben verspreizen.

    Im Falle einer Abdichtungscreme werden Löcher mit einem Durchmesser von ca. 12 mm im gleichen Abstand und Winkel gebohrt und vom Bohrmehl befreit. Die gewählte Bohrtiefe sollte bis auf wenige Zentimeter an die Mauerwerksdicke heranreichen. Die Creme wird z. B. mittels einer Schlauchpresse oder aus einem Beutel mit Schlauchausgang weitgehend hohlraumfrei in das Bohrloch gefüllt, Packer sind nicht notwendig. Die Verfüllung der Bohrung erlaubt das Einbringen einer großen Menge an Wirkstoff ins Mauerwerk. Binnen 24 Stunden verflüssigt sich die Creme und die hydrophobierenden Wirkstoffe dringen ins Mauerwerk ein. Ggf. kann anschließend erneut Creme in die Bohrlöcher eingefüllt werden, um die Wirkstoffmenge pro Bohrloch zu erhöhen.

  1. Injektionsmittel einpressen

    Verpressen erfolgt im Niederdruckverfahren. Im ersten Arbeitsgang den SAKRET   Injektionsmörtel (Zementsuspension) injizieren. Nach Abbau des Injektionsdruckes mit einer Lanze den Injektionskanal für das Verpressen des hydrophobierenden Injektionsmittels herstellen. 

    Injektionszeiten und -druck richten sich nach Durchfeuchtungsgrad des Mauerwerks, Wanddicke, Mauerwerksaufbau und -querschnitt sowie verwendetem Injektionsmittel.

  1. Packer entfernen, Putzuntergrund herstellen

    Nach ausreichender Standzeit ggf. die Packer entfernen und Bohrlöcher verfüllen. Wand über einen ausreichenden Zeitraum trocknen lassen und anschließend noch vorhandenen Altputz und Verdämmung des Mauerwerks nach Möglichkeit vollständig entfernen.

  1. Porengrundputz und Sanierputz auftragen

    Bei ebenen Untergründen und/oder geringer Salzbelastung den Sanierputz in einer Schichtdicke von mindestens 20 mm in zwei Lagen aufbringen. Bei mittlerer Salzbelastung werden zunächst 10 mm Porengrundputz und 20 mm Sanierputz aufgebracht.

    Bei unebenen Untergründen und/oder hoher Salzbelastung sind 15 mm Porengrundputz und 20 mm Sanierputz notwendig. Zwischen den einzelnen Putzlagen werden die Oberflächen glatt abgezogen und gut angeraut. Die Standzeiten zwischen den Putzlagen richten sich nach den Putzdicken und den Umgebungsbedingungen.

  1. Oberputz auftragen, strukturieren

    Als Oberputze dürfen auf Sanierputz nur mineralische oder silikatisch gebundene Putze aufgetragen werden. Sie können anschließend in der gewünschten Form strukturiert werden. Für einen Anstrich kommen Silikat- oder Siliconharzfarben in Frage; um eine gute Trocknung des Mauerwerks sicherzustellen, nach Möglichkeit den Anstrich erst nach längerer Zeit aufbringen. Die Anforderungen nach WTA-Merkblatt „Bewertung der Wirksamkeit von Anti-Graffiti-Systemen (AGS)“ Tabelle 4 sind zu beachten.


Eingesetzte SAKRET-Produkte:

SAKRET Injektionsmörtel IM

Hochfeiner Injektionsmörtel zur Rissverpressung in Anlehnung an DIN EN 998-2

Abbildung SAKRET Sanierspritzbewurf SBW

SAKRET Sanierspritzbewurf SBW

Hydraulisch erhärtender, zementärer Putzmörtel 

Abbildung SAKRET Porengrundputz PGP

SAKRET Porengrundputz PGP

Hydraulisch erhärtender, zementärer Putzmörtel 

Abbildung SAKRET Sanierputz SP

SAKRET Sanierputz SP-W

Hydraulisch erhärtender, zementärer Putzmörtel 

Abbildung SAKRET Sanieroberputz SOP

SAKRET Sanieroberputz SOP

Hydraulisch erhärtender, zementärer Oberputz 


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