Putz sanieren - mit System

Putz für die Ewigkeit

baustoff partner 3/2013

Putz, das ist nun einmal eine Tatsache, hält für die Ewigkeit. Erst nach Jahren werden Renovierungen oder Sanierungen nötig. Je nach Ausführung, Material und Beanspruchung durch das lokale Klima und vielleicht besonderen, gebäudespezifischen Bedingungen können die Intervalle für eine Überarbeitung des Putzes sehr unterschiedlich sein. Eine gute Haftung des Altputzes vorausgesetzt, ist eine Überarbeitung von verschlissenen oder schadhaften Fassaden immer die weit weniger aufwendige und damit auch wirtschaftlich sinnvollere Lösung gegenüber dem großflächigen Abschlagen und Neuverputzen.

Dass Putze und die eventuell darauf noch aufgetragenen Beschichtungen altern, zeigt sich in vielschichtigen, auch materialtypischen Prozessen. Sie beginnen vielleicht zu mehlen oder zu sanden, es zeigen sich Risse, vielleicht kleinere Abplatzungen. Größere, regelrechte Schadensbilder entstehen erst, wenn das Alter des Putzes extrem fortgeschritten ist - oder wenn Fehler in den Materialkombinationen oder im konstruktiven Schutz der Fassade den natürlichen Verschleiß übermäßig begünstigen.

Für eine Überarbeitung ist zunächst einmal etwas mehr an Entscheidungsgrundlagen festzustellen, als man auf den ersten Blick erkennen kann. Welches Material, welche Bindemittel wurde beim Altputz und bei der Beschichtung verwendet? Haftet er überall auf dem Untergrund, und wie ist der Zustand des Untergrunds selber? Welche Eigenschaften hat der Untergrund, ist es ein traditionelles Mauerwerk aus festen Ziegeln oder Kalksandstein, ist es ein Wärmedämm-Verbundsystem, vielleicht Porenbeton?

Neu Beschichten - Verjüngungskur für alte Putze

Im einfachsten Fall besteht eine Renovierung aus einer fachgerechten Reinigung, Grundierung und einer neuen Farbbeschichtung. Die Farbfassung einer Fassade ist dabei leicht im Sinne des Bauherrn zu lösen, mit den jeweiligen Einschränkungen, die der Typ der Beschichtung mitbringt, und mit dem Blick auf einen praktikablen Hellbezugswert. Bei der Auswahl des Beschichtungstyps sind die bauphysikalischen und chemischen Eigenschaften der Beschichtung ausschlaggebend - Materialverträglichkeit mit dem Untergrund, kapillaroffene Struktur oder wasserabweisende Ausrüstung, Diffusionseigenschaften und einiges mehr. Wie gut und dauerhaft die Beschichtung in den bauphysikalischen Zusammenhang des Putzsystems integriert ist, entscheidet darüber mit, welche Haltbarkeit der Putz und die Beschichtung erreichen können.

Grundsätzlich gilt:

  • die Wasserdampfdurchlässigkeit der Beschichtung muss höher sein als die des Oberputzes
  • die Wasseraufnahmefähigkeit der Beschichtung muss geringer sein als die des Oberputzes

Typische Eigenschaften von Beschichtungsstoffen:

Art der Beschichtung Elastizität Wasser­abwei­sung Wasser­dampf­durchläs­sigkeit Farb­spektrum Farbton­stabilität Algen-/Pilz­resistenz
Silikat­farben -- -- ++ - - --
Dispersions­silikat­farben -- - ++ - - --
Silicon­harz­farben - ++ + + + +
Dispersions­farben + + - ++ ++ +

++ sehr gut     + gut     - gering     -- sehr gering

Neu Verputzen - Neue Fassade für Jahrzehnte

Das Prinzip der bauphysikalischen Stimmigkeit eines Putzsystems gilt auch für Unter- und Oberputz. Gute Haftung und Festigkeit vorausgesetzt, ist ein Neuverputz in vielen Fällen eine gute Option für jeden Untergrund. Ein zweites Kriterium ist die Überarbeitbarkeit des Altputzes selbst. Der geschichtlich älteste Putztyp, der Mineralputz, ist hier besonders freundlich, er bietet die meisten Optionen bei Sanierung und Renovierung und überhaupt in vielen Bereichen sehr positive Eigenschaften. Aber auch die anderen Bindemitteltypen haben ihre Berechtigung und können ihre jeweiligen Stärken in vielen Situationen ausspielen.

Bei einer großflächigen Überarbeitung der Fassade greift möglicherweise das Modernisierungsgebot der Energieeinsparverordnung. Hier setzt sich allerdings immer mehr durch, die Ausnahmeregelungen tatsächlich in Anspruch zu nehmen, wenn eine Wärmedämmung für das Objekt nicht wirtschaftlich zu erstellen ist. Die in Aussicht genommene Neufassung der EnEV 2014 sieht im derzeitigen Entwurf auch keine Verschärfung der Regeln für Bestandsbauten vor.

Typische Eigenschaften von Oberputzen:

Putz nach Bindemittel Mineralputz Silikatputz Siliconharzputz Kunstharzputz
Elastizität/Verformbarkeit - - - +
Wasserabweisung + + ++ ++
Dampfdiffusions­fähigkeit ++ + + -
Mikrobielle Resistenz ++ ++ + +
Kreidungsresistenz
(bei dickschichtigem Kratzputz als "Edelkreidung" erwünscht)
+ - + +
Überarbeitbar/renovierbar ++ + - -
Brandresistenz ++ + - -

++ sehr gut     + gut     - gering

Sanieren mit System

SAKRET hat sein breitgefächertes Angebot an Fassadenfarben und Putzsystemen aller Bindemittelklassen für die Sanierung und Renovierung von Altbauten in einem übersichtlichen System unter dem Titel "Altfassade KOMPAKT" zusammengefasst. Grundlage des Systems ist die Erfahrung, dass das Handwerk bei der Erhaltung von Altfassaden zu einem großen Teil auf ganz typische Materialkonstellationen und Standardsituationen trifft. Aber auch für Spezialitäten und Besonderheiten, insbesondere regionaltypische Baustoffe, haben die Lizenznehmer von SAKRET die passenden Lösungen.

Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung der Fachzeitschrift "baustoff partner" veröffentlicht (Heft 3/2013).

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