Alles nur Fassade? Warum eigentlich „nur“?

Integrierte Baustoff-Systeme für mehr Sicherheit und Qualität

Typische Funktionsbauten älterer Jahrgänge gewinnen durch Sanierungen der Fassade nicht nur optisch.

Die Fassade ist nicht nur ein beliebiges Bauteil am Gebäude, sondern sie sorgt für ein gutes Stück Lebensqualität innerhalb des Hauses. Damit das so ist und auf Dauer so bleibt, müssen wir dem multifunktionalen „Hüllorgan“ Außenwand die nötige Aufmerksamkeit widmen. Nach dem sachgerechten Herstellen, Sanieren oder Modernisieren gehört dazu auch eine nachhaltige Inspektion und Wartung. In jedem Fall ist aber für das Handwerk wichtig: Aufeinander systemisch abgestimmte Produkte für die Fassade erleichtern die Arbeit und sichern die Qualität.

Begriffe wie „Außenhaut“ und „Gebäudehülle“ im Zusammenhang mit Hauswand und Fassade zeigen deutliche Assoziationen zu unserem Funktionsorgan Haut und zum Hilfsmedium Bekleidung. Hier wie dort geht es um die Grenzfläche zwischen Innen und Außen, die wesentliche Funktionen zu erfüllen hat. Zur Betrachtung der Funktionen des Bauteils Außenwand gehört eine Analyse der Material-Schichtenfolgen und eine Reflexion über ihre Wechselwirkungen mit der Umgebung, und zwar innerhalb wie außerhalb des Gebäudes. Egal welche Einflüsse und Wirkungen man betrachtet – Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Orientierung, mechanische Belastung, Oberflächen und Farbdesign: An vorderster Front steht fast immer der Werkstoff Putz, heute oft als Bestandteil eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS).

Fassaden trennen und schützen

Nicht immer machen wir uns klar, wie sehr die Gebäudehülle nicht nur die Konstruktion selbst, also das Haus mit allen Einbauten samt den mobilen Inhalten vor Wind und Wetter schützt, sondern vor allem seine Bewohner. Dazu gehört der Schutz vor gesundheitsgefährdenden oder unangenehm-lästigen Einflüssen wie Nässe, Kälte, Hitze und Lärm ebenso wie Sicherheitsaspekte, nämlich der Schutz vor fremden Einblicken und ungebetenen Gästen. Allerdings verlangt die Hülle ihrerseits einen Schutz, denn sie ist thermischen, bauphysikalisch-chemischen und mechanischen Angriffen von außen, innen, oben und aus dem Erdreich unmittelbar ausgesetzt.

Kein Widerspruch zum Wärmeschutz: Ornamentale Muster sind auch auf einem WDVS möglich.

Der schützende äußere Mantel um die gesamte tragende Wandkonstruktion ist häufig ein Putzsystem. Für spezifische Anforderungsprofile stehen verarbeitungsfertige Putzmörtel mit definierten Rezepturen zur Verfügung. So lässt sich mit relativ dünnen Bauteilschichten eine wirksame Barriere beispielsweise gegen Schlagregen und andere Klima- und Wetterbeanspruchungen realisieren, andererseits auch flächig wirkende Massenspeicher für die Aufnahme, Zwischenspeicherung und Wiederabgabe von Feuchtigkeit.

Die Bezeichnung der Putzmörtel gilt vorrangig der Anwendung, zu nennen sind: Sockelputz, Grundputz, Oberputz, Strukturputz, Dämmputz, Reparatur- und Sanierputz. Aktuell und zukünftig vermehrt fordert der Markt Putzmaterialien für die Sanierung und Modernisierung von Außenwänden, übrigens auch von in die Jahre gekommenen und daher dämmtechnisch veralteten WDVS. Daraus erschließt sich ein breites Innovationspotential für die Hersteller von Putzsystemen.

Fassaden klimatisieren und schmücken

In Kombination bedeutet dies: Außenwände dienen prinzipiell der Behaglichkeit. Sie fördern bei sachgemäßer Ausführung einen hohen Wohnkomfort. Hierzu müssen sie die jahreszeitlich bedingten, teilweise gegenläufigen Anforderungen von Außenraum und Innenraum in einer Gesamtkonstruktion vereinigen. Energieeffizienz heißt das Gebot der Stunde – im Winter beim sparsamen Heizen, im Sommer durch Nutzung der Tag-Nacht-Temperaturunterschiede für die Raumluftkühlung. Grundlage dafür ist das Funktionsmanagement von porig-leichten Wärmedämmschichten und massiven Wand-Speichermassen mit hohen Materialrohdichten.

Alte Handwerkskunst kann mit modernen Putzsystemen wiederbelebt werden.

Dämmstoffe schließen materialspezifisch bestimmte Volumen von Luftporen ein und vermindern über ihre darüber definierten Wärmedurchgangswerte den Wärmeausgleich. Diese Sperrwirkung und das Beharrungsvermögen der Wärme-Speichermassen bilden ein System, das sich im Verlauf der Jahreszeiten alternierend nutzen lässt. Dieses Prinzip gilt sowohl bei Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) als auch bei allen Konstruktionen der Innendämmung, die letztlich auch eine Verbund-Dämmlösung darstellen.

Nachdem der Putz sich ohnehin als egalisierende Schutzschicht schon lang etabliert hatte, lag es nah, ihn auch für die Gestaltung von modernen Fassaden wieder verstärkt zu nutzen. Putzstrukturen in der Fläche bis zum formal sich verselbständigenden Detail waren in der Vergangenheit samt der Farbgebung oft die bestimmenden Merkmale verschiedener Architekturstile. Alles dies gilt heute im Zeitalter der Individualisierung des Bauens weiter. Mit dem Unterschied, dass die Hersteller von Putzsystemen zeitgemäße technische, funktionale und gestalterische Anforderungen in die Produktprofile aufgenommen haben. Was nach wie vor zählt, ist das werkgerechte Materialwissen und die praktische Ausführungskompetenz des Handwerks – auch wenn es heute nur noch selten ornamental geschmückte Neu-Fassaden gibt.

Fassaden brauchen selber Schutz

Nicht nur der Stuck hat hier gelitten, auch die Schutzfunktion der Fassade.

Und das ist die Kehrseite der (Fassaden-)Medaille: „Im Bestandsbau sind die tragenden Außenwände oder Fassadenelemente oft so sehr in die Tiefe geschädigt, dass die klassischen Renovierungs- und Reparaturarbeiten zur Pflege und Erhaltung von Gebäuden nicht mehr ausreichen“ so Frank Frössel, Technischer Leiter bei der SAKRET Europa Zentrale. „Zudem ist es für uns schon lange eine Tatsache, dass für das Bauhandwerk das Hauptgeschäft im Bestandsbau liegen wird und immer weniger im Neubau. Das ist und war für SAKRET auch der Antrieb für die Weiterentwicklung des SanReMo-Sortiments für Alt- und Bestandfassaden.“ Denn beim vielschichtigen Thema der Fassadensanierung ist eine isolierte Betrachtung von Einzelaspekten ohnehin falsch. So gibt es an der Alt-Fassade nicht nur die Anforderung der energetischen Sanierung oder der Optimierung des Wärmeschutzes, sondern es muss eine ganze Palette an weiteren Problemzonen beachtet und bereinigt werden – von der Durchfeuchtung des Wandquerschnitts, der Rissbildung in Putz und Mauerwerk, dem Pilz- und Algenbefall, der Reprofilierung von Fehlstellen bis zu den Schäden an Betonbauteilen wie Balkonen, Loggien etc.

Perspektiven für Handel, Handwerk und Industrie

Die Zeichen sind eindeutig. Umsatz und wirtschaftlicher Erfolg erfordern heute immer mehr den aufmerksamen Blick auf den Immobilienbestand, wo aktuell im Wohnungsbau nahezu 80 Prozent der Bauleistungen erbracht werden. Allerdings: Immobilieneigentümer sehen die Notwendigkeit von Erhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen oft erst dann, wenn nur noch mit regelrechten „Maßnahmenkeulen“ reagiert werden kann. „Mit einem vom Handwerk, Handel und der Industrie getragenen, korrespondieren Prüfungs-, Forderungs- und Angebotskatalog für Bestandsgebäude kann die Branche beim Bauherren und Investor nur gewinnen. Denn beide wollen beim Realwert ihrer Bauinvestition ein gutes, vor allem sicheres Gefühl haben – ob Neu- oder Altimmobilie. Zumal die verbindlichen juristischen und fachlichen Vorgaben aus der EnEV und aus den Regelwerken diese Marktchance ebenfalls unterstützen.“

Wie immer: Die Praxis entscheidet

Energetische Sanierung durch Wärmedämmung ist das zentrale Thema der Altbaumodernisierung. Ohne sauber angelegte Arbeitsabläufe geht hier gar nichts.

Bei der Modernisierung und Sanierung gibt es meist keinen Baufortschritt in geordneten Bahnen. Gewerke und Arbeitstakte greifen oft unregelmäßig ineinander und gravierende Maßnahmenerweiterungen am Objekt ergeben sich vielfach erst im Verlauf der Auftragsabwicklung. Dadurch wird die Öffnung der Baubeteiligten untereinander zu einem Muss, die gleichbedeutend mit einer gewerke-, bauteil- und sortimentsübergereifende Baupraxis ist.

Wo dieser Umformungsprozess in Richtung Altbau und Immobilienbestand zuerst in die Gänge kommen muss, ist nach der Überzeugung von SAKRET bei den Herstellern und beim Fachhandel. Denn aus der Sicht des Handwerks als dem eigentlichen Frontmann im Kontakt mit dem Bauherren wird der Rückgriff auf spezielle Objektsortimente immer wichtiger werden. Diese integrierten System-Sortimente umfassen dann alles, was für das Handwerk zwingend zu einer kompletten Sanierung und Modernisierung eines Objekts oder Bauteils gehört. „Für SAKRET ist der Erhalt und die bautechnische Aufrüstung von Alt- und Bestandsfassaden das strategische Großthema schlechthin. Und zwar eines, das mehr denn je nur in der Allianz mit dem Baustoff-Fachhandel und Bauhandwerk gelingen kann.“

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