Aufdoppeln von WDVS ist eine nachhaltige Lösung

Zweite Dämmschicht für Wärmedämmung der ersten Generation

Ein standfestes Alt-WDVS kann samt Putz auf der Wand bleiben.

Ältere Wärmedämm-Verbundsysteme entsprechen, auch wenn sie noch funktionstüchtig sind, in Ausführung und Dämmleistung nicht mehr dem heutigen technischen Stand und den gesetzlichen Anforderungen. Kein Wunder, denn die ersten in größerer Zahl verbauten WDVS sind inzwischen vier bis fünf Jahrzehnte alt. Als sinnvolle Alternative zum Abriss und Neuaufbau bietet sich Aufdoppeln an.

Bis etwa Ende der 80er Jahre waren bei WDVS Dämmplatten in Stärken von 40 oder 50 mm der gute Standard. Die Putzoberflächen solcher Systeme erreichen inzwischen das Ende ihrer Lebensdauer, je nach Ausführung und Bewitterung im Schnitt 40 bis 50 Jahre. In der genannten Altersklasse geht es um ein Gesamtvolumen von etwa 150 Mio. qm Fassadenfläche. Der Aufdopplungs-Markt wird absehbar einen zunehmenden Anteil an der insgesamt neu installierten WDVS-Fläche von derzeit knapp 40 Mio. qm jährlich erreichen. Bei ohnehin anfallenden Kosten z.B. für Gerüste und Reinigung ist Aufdoppeln gegenüber reinen Putz- und Beschichtungsarbeiten oft eine lohnende Alternativempfehlung des Handwerks, zumal das Verfahren ausgesprochen nachhaltig ist: Das alte WDVS bleibt im Idealfall samt Putz auf der Wand und muss nicht aufwändig abgerissen und wenig umweltfreundlich deponiert werden.

Prüfen und Vorbereiten

Versetzte Anbringung von alten und neuen Dämmplatten.

Grundsätzlich muss vor dem Aufdoppeln die Standsicherheit des Alt-WDVS geprüft werden. Mindestwerte für die Haftzugfestigkeit sind wesentliche bautechnische Anforderungen der Sakret-Systeme zur Aufdopplung. Zur Prüfung wird das Alt-WDVS an mindestens fünf Stellen jeweils in einer Fläche von 0,5 Quadratmeter geöffnet und beurteilt; stichprobenartige Prüfungen mit einem Haftzugprüfgerät weisen die Standsicherheit einwandfrei nach. Entscheidend sind die erreichten Haftzugfestigkeiten zwischen Dämmplatten und Untergrund einerseits und zwischen Dämmplatten und Putzsystem andererseits, außerdem die Beschaffenheit der alten Putzoberfläche, die genügend Haftung für das Aufkleben der neuen Dämmplatten bieten muss.

Eine Reinigung der Putzoberfläche ist obligatorisch; bei gering beeinträchtigter Putzfestigkeit ist eventuell eine Nachverfestigung mit einer Grundierung ausreichend. Bietet der Putz keine ausreichende Haftzugfestigkeit, muss er bis auf die Dämmplatten entfernt werden. Nicht ausreichend auf dem Untergrund haftende Dämmplatten müssen immer entfernt werden.

Dübel, Anschlüsse, Brandschutz

Gilt auch für das Aufdoppeln: Windzonen nach DIN 1055-4.

Aufgedoppelte Dämmplatten werden grundsätzlich verdübelt. Dübelmenge und Dübelschema sind systemspezifisch und werden von Sakret vorgegeben. Basis sind neben der Eigenlast des WDVS die in der Windlastnorm DIN 1055-4 zugrundegelegten Belastungen.

Besondere Aufmerksamkeit muss der Handwerker immer den Bauteil-Anschlüssen widmen, damit hier keine Eintrittstellen für Wasser entstehen. Die verbandsübergreifende "Richtlinie: Anschlüsse an Fenster und Rollläden bei Putz, Trockenbau und Wärmedämm-Verbundsystemen" hilft bei Planung und Ausführung.

Durch die Aufdoppelung wird in der Regel eine Gesamt-Dämmstoffstärke von 100 mm überschritten, was gemäß den Landesbauordnungen konstruktive Brandschutzmaßnahmen erfordert. Bei den mengenmäßig weit vorherrschenden EPS-Dämmplatten ist die Regelausführung ein 200 mm hoher und an den Seiten um jeweils 300 mm überstehender Streifen aus Mineralwolle der Baustoffklasse A (nicht brennbar) am Sturz jeder Gebäudeöffnung. Alternativ kann bei mehrgeschossigen Gebäuden ein durchgehender Brandriegel aus Mineralwolle in jedem zweiten Stockwerk ausgeführt werden; der arbeitstechnisch weniger aufwändige Brandriegel ist Teil des Sakret-Systems zur Aufdopplung. Brandschutzstreifen bzw. Brandriegel müssen durchgehend in der alten und neuen Dämmschicht ausgeführt werden.

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